UniCredit Bank Austria erhöht Wachstumsprognose

© ForumF/Gerhard Bögner
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Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator kletterte im Juni dank der Hochstimmung in der heimischen Industrie auf 3,5 Punkte, den höchsten Wert seit März 2011. Das anhaltend hohe Wachstumstempo im 2. Quartal hebt den BIP-Anstieg im ersten Halbjahr 2017 auf geschätzte 2,5 Prozent. Der internationale Rückenwind unterstützt Investitionstätigkeit, die Konsumdynamik ist ungebrochen hoch – daher werde die Wachstumsprognose für 2017 von 1,8 auf 2,3 Prozent erhöht. Die österreichische Wirtschaft starte nunmehr unter ausgezeichneten Rahmenbedingungen in die zweite Jahreshälfte 2017. „Die Konjunkturstimmung hat sich in Österreich seit Jahresbeginn stetig verbessert. Seit Beginn des Sommers erreicht sie sogar ein 6-Jahres-Hoch. Der kräftige Aufschwung wird in der zweiten Jahreshälfte anhalten,“ unterstreicht UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Im zweiten Quartal hatte der Indikator einen Durchschnittswert von beachtlichen 3,2 Punkten erreicht.

Die verbesserte Konjunkturstimmung zu Beginn des Sommers ist fast ausschließlich auf die positive Entwicklung in der Industrie zurückzuführen. Als Folge der guten internationalen Vorgaben, die seit einigen Monaten eine Belebung der globalen Produktion und des Handels zeigen, verspüren die österreichischen Industriebetriebe starken Rückenwind. Die Aussichten werden optimistischer eingeschätzt, was sich im höchsten Industrievertrauen seit 2010 niederschlägt.

Während sich am Bau eine Konsolidierung der Stimmung auf hohem Niveau zeigt, hat sich die Zuversicht im Dienstleistungssektor nochmals nach oben bewegt.
„Die Konjunkturstimmung zur Mitte des Jahres in Österreich ist von zumeist gesteigertem Optimismus auf Unternehmerseite geprägt. Die Industrie und die Dienstleister, aber auch die Bauwirtschaft verspüren weiterhin Aufwind. Das Verbrauchervertrauen hat sich allerdings erstmals seit Herbst vorigen Jahres gegenüber dem Vormonat verschlechtert. Doch auch die österreichischen Konsumenten sind immer noch sehr optimistisch“, meint Bruckbauer.

Das Wirtschaftswachstum in Österreich bleibe dynamisch, weil der globale Handel ausgehend von den Schwellenländern gut in Schwung gekommen ist und davon Impulse für die europäische Wirtschaft und Österreich ausgehen. Die internationale Unterstützung wird zwar voraussichtlich nicht mehr weiter zunehmen, habe sich jedoch gut konsolidiert. Die Investitionstätigkeit wird dadurch weiter angeregt werden, zumal in Österreich die Kapazitätsauslastung erstmals seit der Finanzkrise wieder das langjährige Durchschnittsniveau erreicht habe.

Der positive Trend der Ausrüstungsinvestitionen, insbesondere bei Fahrzeugen und der Aufwind von Bauinvestitionen sollte sich fortsetzen, unterstützt durch die unverändert günstigen Finanzierungsbedingungen.

Trotz des vorteilhaften Exportumfelds bleibt die Inlandsnachfrage im zweiten Halbjahr der bestimmende Wachstumsträger der heimischen Wirtschaft, denn der private Konsum zeigt bisher keine Anzeichen einer Verlangsamung des Wachstumstempos.

„Wir haben unsere BIP‐Prognose für 2017 deutlich von 1,8 auf 2,3 Prozent angehoben. Zum einen erweist sich die kräftige Unterstützung für die Exporte durch die globale Erholung als beständig. Zum anderen kann die Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt die nachlassende Wirkung der vorjährigen Steuerreform auf den privaten Konsum stärker kompensieren, als wir ursprünglich erwartet haben“, meint UniCredit Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.

Erfreulicherweise haben sich nach Einschätzung der Ökonomen der UniCredit Bank Austria auch die Konjunkturrisiken in den vergangenen Monaten insbesondere auf politischer Ebene reduziert.

Arbeitslosigkeit sinkt, trotz struktureller Probleme

Der kräftige Konjunkturaufschwung wird in der zweiten Jahreshälfte zur weiteren Verbesserung der Lage am österreichischen Arbeitsmarkt beitragen. Das Beschäftigungswachstum wird sich nach dem Plus um durchschnittlich 1,8 Prozent in den ersten sechs Monaten des Jahres in hohem Tempo fortsetzen und die Arbeitslosigkeit in Österreich vermindern.

„Wir gehen von einem Rückgang der Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt 2017 auf zumindest 8,7 Prozent aus“, meint Pudschedl. Die zuletzt positive Entwicklung am Arbeitsmarkt wird allerdings von Anzeichen von strukturellen Problemen wie qualifikatorischen Ungleichgewichten begleitet. Die auf dem Arbeitsmarkt gesuchten Qualifikationen weichen von den vorhandenen Qualifikationen ab, was sich unter anderem im unverhältnismäßig starken Anstieg der Anzahl an offenen Stellen in einigen Teilbereichen während der vergangenen Monate trotz eines großen Arbeitskräftereservoirs widerspiegelt.

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