Volksbanken-Verbund steigert Zins- und Provisionsergebnis

Gerald Fleischmann, Generaldirektor der Volksbank Wien.
© Robert Polster

Gerald Fleischmann, Generaldirektor Volksbank Wien

Starkes Nettoergebnis im 1. Halbjahr 2022 für den Volksbanken-Verbung in Höhe von 76,2 Millionen Euro, aber geringere positive Einmaleffekte als im Rekord-Halbjahr 2021.

Der Volksbanken-Verbund blickt gestärkt auf ein erfolgreiches erste Halbjahr 2022 zurück. Der Zinsüberschuss stieg um knapp 3 Prozent auf 203,6 Millionen Euro und der Provisionsüberschuss verbesserte sich um 4 Prozent auf 132,7 Millionen Euro. Das Handelsergebnis drehte gegenüber dem Vergleichszeitraum 2021 in den positiven Bereich und liegt bei knapp 2,0 Millionen Euro. Zudem wurden neuerlich mehr Risikovorsorgen aufgelöst als gebildet, was zu einem positiven Risikoergebnis von 11,8 Mio. Euro führte. Im Vorjahr war dieser Wert allerdings aufgrund positiver Einmaleffekte mit 31,7 Millionen Euro noch höher ausgefallen. Unter dem Strich führte das zu einem Nettoergebnis von 76,2 Millionen (1. Halbjahr 2021: 92,6 Millionen Euro).

Gute Kreditqualität und gesteigerte Ertragskraft

Gerald Fleischmann, Sprecher des Volksbanken-Verbundes und Generaldirektor der VOLKSBANK WIEN AG, zeigt sich mit den Ergebnissen zufrieden: „Trotz des unsicheren geopolitischen Umfelds und der stark gestiegenen Inflation konnten die Volksbanken im 1. Halbjahr 2022 die Risikopositionen weiter reduzieren und eine Verbesserung ihres Ratings erzielen.“ Konkret ist die Kennzahl für Problemkredite (NPL-Ratio) von 1,8 auf 1,7 Prozent neuerlich gesunken. Zudem hat die Agentur Fitch das Rating des Volksbanken-Verbundes, das zugleich auch für alle Verbund-Banken gilt, Ende Juli 2022 von „BBB“ auf „BBB+“ angehoben. Ausschlaggebend dafür waren vor allem die gute Kreditqualität, die gesteigerte Ertragskraft, die höhere Kapitalisierung sowie die sehr gute Liquiditätssituation.

Lokale Kompetenz und begrenzte Risiken

In der Segmentberichterstattung nach Geschäftsfeldern gab es in allen acht Regionen von West nach Ost sowie auch von der Österreichischen Ärzte- und Apothekerbank positive Ergebnisbeiträge. Als stark regional verwurzelte und ausschließlich in Österreich tätige Gruppe, können die Volksbanken ihre Beratungskompetenz bei lokal begrenzten Risiken voll ausspielen. In global unsicheren Zeiten ist die Nähe zu den Kundinnen und Kunden ein noch wichtigerer Faktor geworden. Zugleich werden durch intensive Kooperationen mit starken Partnern auch künftig steigende Dienstleistungserträge angestrebt.

Fixe Kreditzinsen nach wie vor überlegenswert

In seinem Ausblick zeigt sich Gerald Fleischmann vorsichtig optimistisch: „Die steigenden Zinsen unterstützen grundsätzlich die Ausweitung des Zinsergebnisses, allerdings gehören ein zu starker Zinsanstieg, eine dauerhaft hohe Inflation sowie eine längere Rezession zu den wirtschaftlichen Hauptrisikofaktoren unserer Kundinnen und Kunden.“ Fixzinsvereinbarungen im Kreditbereich hält der Bankmanager aus Sicht der Kundinnen und Kunden daher nach wie vor für überlegenswert. Zugleich rechnet Fleischmann damit, dass sich der Finanzierungsbedarf verstärkt vom Immobilienbereich auf das generelle Kommerzkundengeschäft – und hier vor allem auf KMU – verlagern wird.

Kooperationen mit Partnerunternehmen tragen Früchte

Hinsichtlich der Anlageberatung rechnet Fleischmann aufgrund der hohen Inflation und des generellen Vorsorgebedarfs mit einer weiterhin starken Nachfrage. Bereits im 1. Halbjahr 2022 haben bewährte Produktpartnerschaften wie etwa mit ERGO oder Union Investment Austria das Provisionsergebnis positiv beeinflusst. So meldete beispielsweise Fondspartner Union Investment Austria im 1. Halbjahr 2022 einen Anstieg des verwalteten Vermögens um 8 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Zugleich haben gegenüber dem Vorjahr geringere Lockdown-Zeiten den Konsum und damit auch die Anzahl der bargeldlosen Transaktionen erhöht, was sich ebenfalls positiv beim Provisionsergebnis der Volksbanken bemerkbar machte.

39 Prozent der Unternehmen möchten Energiekosten senken

Ein besonderer Fokus der Volksbanken liegt auf dem Bereich Nachhaltigkeit – mit der Finanzierung von Photovoltaik-Anlagen als einem der Schwerpunkte. Wie dringend eine nachhaltige Energieversorgung für Österreichs Unternehmen ist, zeigt eine von Mai bis Juni 2022 von Gallup im Auftrag der Volksbanken durchgeführte Umfrage. Demnach möchten 39 Prozent der rund 1.000 befragten Unternehmen ihre Energiekosten künftig senken oder haben dies bereits in Angriff genommen. Das durchschnittliche Einsparungspotenzial sehen die Befragten bei rund 20 Prozent. Dies soll unter anderem durch den Einsatz alternativer Energiequellen sowie einen effizienteren Energieeinsatz realisiert werden.

Begebung nachhaltiger Anleihen geplant

Die VOLKSBANK WIEN AG forciert beispielsweise auch sehr intensiv die Gründung von Energiegenossenschaften in Kooperation mit dem Österreichischen Genossenschaftsverband (ÖGV) sowie mit der PowerSolution Energieberatung GmbH. Zudem plant das Wiener Institut die Ausgabe von nachhaltigen Anleihen und hat sich dazu unter anderem bereits einem Nachhaltigkeitsrating unterzogen. „Die VOLKSBANK WIEN AG wird von der Agentur Sustainalytics mit einem ESG Risk Rating Score von 17,4 bewertet und fällt damit in die ‚Low ESG Risk‘ Kategorie“, wie der Generaldirektor betont. Zugleich intensivieren alle regionalen Volksbanken die Unterstützung von Österreichs KMU bei der Realisierung ihrer nachhaltigen Ziele.

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