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Warum ist Wirtschaft noch immer kein Unterrichtsfach?

ForumF-Kommentar
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Eine Studie der Österreichischen Nationalbank zur finanziellen Allgemeinbildung der Österreicher verdeutlicht, dass das Niveau des Finanzwissens hierzulande zwar stetig steigt, aber noch immer mehr als ausbaufähig ist.

Es sind Fragen zum Zusammenhang von Risiko und Ertrag, zu den Auswirkungen der Inflation, zum Zeitwert des Geldes und zu den Kosten von Kontoüberziehungen, die 1.500 repräsentativ ausgewählte Österreicher im Rahmen einer von der Österreichischen Nationalbank durchgeführten Studie beantworten mussten. Die gute Nachricht ist, dass die Hälfte der Befragten die nicht wirklich komplizierten Fragen der Studie, die Teil einer weltweiten OECD‐Studie zur finanziellen Allgemeinbildung von Jugendlichen und Erwachsenen ist, allesamt oder fast allesamt beantworten konnten und dass das Niveau gegenüber der Abfrage der identen Fragestellungen im Jahr 2014 gestiegen ist. Die schlechte Nachricht ist, dass etwa nur 49 Prozent der Befragten das Prinzip von Zinseszinsen verstehen und gerade einmal 61 Prozent die Frage richtig beantworten können, ob man sein Anlagerisiko verringern kann, wenn man seine Veranlagungen breit streut.

Taucht man etwas tiefer in besagte OeNB‐Studie ein, sieht man, dass sich das Finanzwissen relativ gleichmäßig über verschiedene Altersgruppen verteilt, aber auch, dass sich das Finanz‐Know‐how der 15‐ bis 38‐Jährigen insofern von jenem älterer Bevölkerungsgruppen unterscheidet, dass die jungen Erwachsenen über ein niedrigeres Niveau an Finanzwissen verfügen, finanziell weniger organisiert, dafür aber risikofreudiger sind und weniger zukunftsorientierteres Verhalten an den Tag legen.

Würde man schon in der Schule – beginnend in der Volksschule bis hinauf in die Unterstufe und natürlich auch in die Oberstufe – Wirtschaft als Unterrichtsfach etablieren, dann würden sich wohl nicht nur die Zahl der richtigen Antworten bei der kommenden Erhebung der OECD‐Studie zum Positiveren entwickeln, sondern es würde auch Zahl der Privatkonkurse in Österreicher zurückgehen. Denn wie soll jemand, der die Zusammenhänge von Zinsen auf das Sparguthaben und Inflation nicht versteht, sein Geldleben erfolgreich gestalten? Wie soll jemand, dem nicht klar ist, dass ein Kredit im Normalfall preiswerter ist, als die Überziehung des Gehaltskontos, sinnvoll wirtschaften? Und wie soll jemand, der davon ausgeht, dass Finanzprodukte mit 25 Prozent Rendite komplett risikofrei sind, nicht auf die Nase fallen? Eben. Die Forderung nach einem Unterrichtsfach Wirtschaft ist weder neu, noch originell. So lange dieser Forderung aber nicht nachgekommen wird, darf der Ruf danach nicht verhallen.

So und jetzt schauen Sie sich einmal in aller Ruhe die Fragen der OECD/OeNB‐Studie im Detail an. Und Hand auf’s Herz: Hätten Sie alles gewusst?

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