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Weltspartag: Börse will den „Weltinvestitionstag”

Christoph Boschan, Vorstandsvorsitzender Wiener Börse
© Wiener Börse

Christoph Boschan, Vorstandsvorsitzender Wiener Börse

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Aktuelle Erhebungen der Österreichischen Nationalbank (OeNB) zeigen, dass mit 291 Milliarden Euro ein großer Teil (40 Prozent) des österreichischen Privatvermögens als Bankeinlage oder Bargeld nahezu zinsenlos geparkt ist. Die heimische Bevölkerung nimmt dabei einen großen Kaufkraftverlust hin. Im Gegensatz dazu stehen bei Aktieninvestments Aussichten auf schöne Renditen: Seit seinem Bestehen wirft der Leitindex ATX knapp 6,4 % jährlich ab. Heimische Aktien sind in vielen Fällen Dividendenkaiser.

Christoph Boschan, Vorstandsvorsitzender der Wiener Börse, skizziert anlässlich des heurigen Weltspartages, wie sich interessierte Anleger an den Aktienmarkt herantasten können: „Auf der Reise vom Sparer zum Investor, müssen Anleger vier Wegweiser konsequent beachten: An das langfristige Ziel denken. Nicht alles auf einmal investieren, sondern schrittweise ein‐ und aussteigen sowie das Risiko streuen, indem man nicht alles auf ein Pferd setzt. Zu guter Letzt: Nur kaufen was man versteht, oder sich erklären lassen kann. Also nicht auf ‚den heißen Tipp‘ warten.“

Die Dividende leistet einen entscheidenden Beitrag zur Performance. Inklusive Dividenden liefert der österreichische Leitindex seit seinem Bestehen eine Performance von +487,04 % (ATX Total Return), ohne Dividenden sind es +201,06 % (ATX). Österreichische Unternehmen zählen europaweit zu den verlässlichsten Dividendenzahlern. Noch nie haben ATX‐Unternehmen mehr Gewinne in Form von Dividenden ausgeschüttet als im Jahr 2019. Ihre Eigentümer profitieren von insgesamt 3,2 Milliarden Euro für das vergangene Geschäftsjahr. Alle 20 Unternehmen des Leitindex zahlten in den beiden Vorjahren eine Dividende aus. Mit einer Dividendenrendite von 3,8 % reiht sich der österreichische Markt im europäischen Spitzenfeld ein.

Zinseszins macht den Unterschied

Bei einem Anlagehorizont von Jahrzehnten entfaltet sich die exponentielle Kraft des Zinseszinses. „Mit einer monatlichen Sparrate von 100 Euro könnten unter Annahme der historischen Rendite im österreichischen Leitindex über ein Arbeitsleben von 50 Jahren hinweg aus 60.000 Euro rund 440.000 Euro werden. Am Sparbuch erleben wir das nicht. Es ist an der Zeit, den Weltspartag durch einen Weltinvestitionstag abzulösen.“

Mangelnde Kenntnisse und Unwissen über Finanzinstrumente hindern die Österreicher aktuell daran, von den Renditen am Kapitalmarkt zu profitieren. „Ideologisch neutral organisierte Finanzbildung muss dringend ins Zentrum der Bemühungen der nächsten Regierung rücken. Bildung ist der beste Anlegerschutz und zahlt sich aus“, ist Christoph Boschan überzeugt. „Es braucht dringend auch steuerliche Anreize. Die arbeitende Bevölkerung empfindet es als Doppelbesteuerung, wenn sie aus Erwerbseinkommen investiert, für ihr Alter privat zusätzlich vorsorgt und dabei durch eine höhere Steuer noch bestraft wird.“

Das Eigentum an österreichischen Unternehmen in Form von Aktien wird aktuell mit 27,5 % besteuert, Spareinlagen mit 25 %. Wird Gold länger als ein Jahr gehalten und dabei Gewinn erzielt, ist dieser steuerfrei. Boschan: „Die Wiener Börse setzt sich für die Gleichbehandlung von Kapitalerträgen, allen voran für die Wiedereinführung der Befreiung von der Wertpapier‐Kapitalertragssteuer bei einer Behaltefrist von über einem Jahr, ein. Dabei werden langfristige Aktien‐Investments gefördert.“

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