Wertpapier KESt hält Österreicher von Aktien ab

© ForumF/Gerhard Bögner
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Eindeutige Aussage aus der quartalsweise erstellten „Spar- und Kreditprognose“ der Erste Bank: Die Kapitalertragssteuer KESt schreckt Anleger vor Wertpapier Investments ab. Ansonsten gilt auch für die Umfrage im 3. Quartal 2019: Das Sparbuch legt weiter an Beliebtheit zu.

82 Prozent der Österreicher planen in den nächsten 12 Monaten eine Geldanlage (genauso viele wie im Vergleichsquartal 2017) – allerdings ist die geplante Sparsumme von 6.000,– Euro um 5 % höher als im Vergleichszeitraum. 38 Prozent (4 Prozentpunkte mehr als im 3. Quartal 2018) der Österreicher planen in den nächsten 12 Monaten eine „größere Anschaffung“; ein Fünftel (20 Prozent) dieser Großanschaffer (5 Punkte plus) will das über Kredit – Bankkredit oder Bauspardarlehen – in einem Volumen von 79.400 Euro finanzieren (im Vergleichsquartal 2018 waren es 67.500 Euro, das ist ein Plus von 18 %). „Auch wenn die Zinsen aktuell niedrig sind, sollte man bei langen Kreditlaufzeiten für Haus oder Wohnung unbedingt auf einen vergleichsweise günstigen Fixzinssatz zurückgreifen“, so Erste Bank CEO Peter Bosek. Im Auftrag der Erste Bank erstellt Integral quartalsweise die Spar‐ und Kreditprognose und befragt dazu 1.000 Österreicher ab 14 Jahre.

63 Prozent setzen aufs Sparbuch – 30 Prozent erwägen Wertpapiere

Die Kreditzinsen sind niedrig und verlocken möglicherweise zu höheren Kreditsummen – dass die Sparbuchzinsen „im Keller“ sind, schreckt aber auch nicht: Denn der niedrig bleibende Leitzins scheint keine Auswirkungen auf die Attraktivität des Sparbuchs zu haben. Während andere etablierte Anlageformen in ihrer Popularität gleich bleiben (Bausparer: 45 Prozent machen das, ±0 Punkte zum Vergleichsquartal) oder sogar rückläufig sind (Lebensversicherung: 33 Prozent, ‑5 Prozentpunkte) und Pensionsvorsorge: 34 Prozent, 2 Prozentpunkte), legt das Sparbuch um 3 Prozentpunkte auf 63 Prozent zu.

KESt schreckt ab

Alternative Investitionsmöglichkeiten wie Immobilien (19 Prozent, +2 Punkte) und Gold (17 Prozent, +3) schneiden im Vorjahresvergleich besser ab. Wertpapiere werden weiter konstant von 30 Prozent in Erwägung gezogen. Aber: Die Wertpapier‐KESt, schreckt österreichische Anleger davon ab, in Fonds, Aktien oder Anleihen zu investieren. 15 Prozent der Österreicher, die überhaupt keine Wertpapiere besitzen, sagen, sie würden diese Veranlagungsform wählen, wenn es die 27,5 % Kapitalertragsteuer auf Wertpapierinvestments nicht geben würde. In Gesamt‐Österreich (Wertpapier‐Besitzer und Nichtbesitzer) sind es sogar 26 Prozent, die bei Abschaffung der KESt diese Anlageklasse verstärkt wählen würden. Und 53 Prozent aller, die schon Wertpapiere besitzen, würden ohne KESt verstärkt in Fonds, Aktien und Anleihen investieren.

„In einer Zeit, in der es auf klassische Spareinlagen keine Zinsen gibt, sollten Maßnahmen ergriffen werden, um Privatanlegern den Weg in Wertpapier‐Investments zu vereinfachen. Die Kapitalertragssteuer auf Wertpapiere bewirkt leider das genaue Gegenteil“, erklärt Bosek.

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