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Münchner Sparkasse, schon mal was von Fingerspitzengefühl gehört?

Elisa Krisper
Elisa Krisper
Es wird immer kälter draußen, die Nächte werden frostig. Davon besonders betroffen sind Obdachlose. In einer Filiale der Münchner Sparkassen, in der Obdachlose nächtens öfters Schutz suchten, ist man nun dagegen vorgegangen und erntete einen Shitstorm.

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Die Münchner Sparkasse stand jüngst ungewollt im Fokus – und zwar nicht unbedingt in einem positiven Zusammenhang. Ein Journalist aus der bayrischen Landeshauptstadt hatte auf Twitter das Vorgehen des Bankinstituts in einer Filiale mit einem Foto angeprangert, in der Metallzacken am Fussboden des Foyers der Bank zu sehen sind, die angebracht wurden, um Obdachlose davon abzuhalten sollen, es sich dort über Nacht gemütlich zu machen. Zugegeben, das wirkt auf den ersten Blick unmenschlich und erinnert an die Wartebänke in ausgewählten Öffi-Stationen in Wien (aber auch in deutschen Städten), die durch Armlehnen verhindern, dass Obdachlose sich hinlegen können.

Doch zurück nach München: Der Aufschrei war laut, die Empörung groß, der Shitstorm in den Social Media ereilte die dortigen Sparkasse wie das Amen im Gebet. Sind solche Maßnahmen denn wirklich notwendig? Die Ansage der Münchner Sparkasse lautet ganz klar „Ja”. Denn: „Diese Maßnahme wurde vermehrt von unseren KundInnen gewünscht, da diese besonders nachts vermehrt Angst bekommen haben, in einer Filiale Geld abzuheben, die mehr einem Aufenthaltsraum für Obdachlose ähnelt, als einem Geldautomatenraum”, so der Bankensprecher sinngemäß, weil: „Es gibt ausreichend Angebote, wo obdachlose Menschen Schutz finden können in München.” So weit, so eiskalt – gerade in der Vorweihnachtszeit.

Aber bei allem Respekt und Verständnis für Menschen, die kein zuhause haben und Wärme suchen, so muss man auch ein wenig Verständnis für die Münchner Sparkasse haben. Wie jedes andere Unternehmen muss darauf reagiert werden, wenn Geschäftsschädigendes passiert und KundInnen explizites Feedback geben, doch bitte etwas gegen diesen oder jenen Umstand zu unternehmen. Wenn man auch zugeben muss, dass diese Maßnahme doch etwas unverhältnismäßig wirkt. Eine sympathischere Maßnahme wäre zum Beispiel gewesen, die nächste Adresse eines Obdachlosenheims oder anderer helfenden Einrichtungen gut sichtbar an die Türe zu kleben oder Security für eine gewisse Zeit zu engagieren, statt bauliche Maßnahmen zu setzen, um ungewolltes „Klientel” davon abzuhalten, einzutreten. Alles in allem hätte es hier in ein wenig mehr Fingerspitzengefühl gebraucht. Denn der Aufschrei in den sozialen Medien, der dann schnell auf die traditionellen Medien überschwappt, war quasi vorprogrammiert.

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