Wie spart man heute eigentlich?

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Digitalisierung, bitte gern – aber nur nicht, wenn es ums Ersparte geht. Herr und Frau Österreicher zeigen sich von alternativen Anlageformen wie Kryptowährungen wenig angetan. Aber warum ist das so?

Die Österreicher leben – angetrieben durch die Corona‐Krise – wieder sparsamer. Wurden vor zehn Jahren noch 165 Euro monatlich zur Seite gelegt, sind es heuer 272 Euro. Dabei ist die finanzielle Absicherung für 85 Prozent das zentrale Sparmotiv. Das zeigt eine aktuelle Studie von IMAS und der Erste Bank. Dass das Sparbuch aufgrund der schlechten Zinsen nicht mehr die Sparform Nummer 1 ist, erkennen auch 63 Prozent der Österreicher. Wertpapiere, Aktien und Co. spielen in der Vorsorge und Anlage der heimischen Sparer daher eine immer größere Rolle. So beschäftigten sich 21 Prozent auch während der Corona‐Krise mit Aktien, Fondssparplänen oder Anleihen. Aber wie steht es eigentlich um digitale Alternativen zu herkömmlichen Anlageprodukten, wie etwa die digitale Währung Bitcoin?

Beim Thema Kryptowährung sind die österreichischen Sparer laut aktueller ING‐Studie sehr skeptisch: Demnach glauben nur 14 Prozent, dass digitale Währungen als Anlageform eine große Bedeutung haben werden. Etwas positiver ist die Einstellung der Jungen im Alter von 18 bis 24 Jahren, denn hier glaubt jeder Vierte, dass digitale Zahlungsmittel auch als Anlageform eine Zukunft haben. Aber warum so skeptisch? Ist doch der Sitz des international agierenden Fintechs Bitpanda, das vor wenigen Tagen in einer Series A‑Finanzierung 52 Millionen US‐Dollar einsammeln konnte, in Wien. Und im Sommer ermöglichte eine Kooperation zwischen dem niederösterreichischen Fintech Salamantex und A1 Payment, dass Händler Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum oder Dash akzeptieren können und in Euro ausbezahlt bekommen.

Die Euphorie der österreichischen Start‐up‐Szene auf der einen, steht der Skepsis der Sparer und Anleger auf der anderen Seite gegenüber. Grund dafür ist wohl, dass die meisten immer noch nicht wissen, was eine Kryptowährung eigentlich ist. Bitcoin beispielsweise – der Name setzt sich aus „Bit“, die kleinste digitale Einheit und „coin“, das englische Wort für Münze zusammen – existiert als digitale Zeichenfolge. Dafür braucht man schon technisches und mathematisches Know‐how. Man muss sich mit den Dingen also auseinandersetzen. Intensiv beschäftigen sollte man sich aber ohnehin mit all seinen Anlageformen. Fakt ist auch, dass die Investition in Bitcoin und Co. einerseits große Gewinne, aber auch enorme Verluste bedeuten kann. Und das ist bei Aktien nicht anders. Hier gilt es also, den Österreichern die Angst vor digitalen Währungen und Anlageformen zu nehmen. Der Vorschlag der EU zur Regulierung von Kryptowährungen, um die Anleger besser zu schützen, könnte ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Vor allem muss aber – wie so oft – bei der Finanzbildung der Österreicher angesetzt werden. Dass man von den Zinsen am Sparbuch heute nicht mehr reich wird, sollte mittlerweile den meisten einleuchten.

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