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Wiener Privatbank Jahresergebnis 2020: Trotz Krise auf Wachstumskurs

Wiener Privatbank Vorstand Christoph Raninger und Eduard Berger
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Deutliche Zunahme im Kerngeschäft: Steigerung des Depotvolumens um 45 Prozent; Assets under Management um 15 Prozent zugelegt. Kundenanforderungen trotz Krisenjahr leicht gestiegen. Starke Kapitalbasis: Zunahme der Kernkapitalquote auf 18,68 Prozent.

Christoph Raninger, CEO der Wiener Privatbank, sieht die Bank trotz schwierigem Geschäftsjahr 2020 auf einem guten Weg: „Das Covid‐19 bedingte Krisenjahr 2020 war für die Wiener Privatbank so etwas wie ein Belastungstest für ihr Geschäftsmodell. Zu Ausbruch der Krise konnten wir mit sicheren Sachwertveranlagungen bei unseren Kunden punkten und im zweiten Halbjahr mit unseren Kapitalmarkt Dienstleistungen. Damit waren wir für jede Marktphase gut positioniert und so konnte die Bank im Kerngeschäft deutlich zulegen. Covid‐19 hat aufgrund von Einmaleffekten jedoch auch Spuren im Ergebnis hinterlassen.“

Ausrichtung als Sachwert‐ und Kapitalmarktspezialist

Als Immobilien One‐Stop‐Shop bietet die Bank eine integrierte Kombination aus Veranlagungsmöglichkeiten, Servicedienstleistungen und Finanzierungen rund um Immobilien aus einer Hand an und eröffnet ganzheitlichen Zugang zu einer der nach wie vor interessanten und stabilsten Veranlagungsformen im Markt. Damit konnten die Bank insbesondere in krisenbedingt volatilen und unsicheren Zeiten wie dem ersten Halbjahr 2020 reüssieren.

Daneben setzt die Bank auf fundierte Kapitalmarktkompetenz bestehend aus professioneller Vermögensberatung und‐verwaltung mit einem konzerneigenen Fondsmanagement sowie auf maßgeschneiderte Kapitalmarkt‐ bzw. Emittentendienstleistungen. Aktien Brokerage mit globalen Börse‐Zugängen runden das Programm ab und in diesem Segment konnte die Bank ihren Kunden insbesondere in Zeiten bewegter Märkte einen klaren Mehrwert bieten. Durch die Schärfung der Ausrichtung auf das KMU‐Segment ist es letztes Jahr zudem gelungen, nach Erholung der Märkte im zweiten Halbjahr die einzigen zwei Börsengänge ins direct market plus Segment der Wiener Börse zu begleiten und gleichzeitig das Depotgeschäft der Bank spürbar zu stärken.

Zunahme im Kerngeschäft sorgt für Wachstum und Zunahme im Zins‐ und Provisionsergebnis

Die Schärfung der Positionierung im Kapitalmarktgeschäft hatte sichtlich positive Auswirkungen auf das angestrebte Wachstum der Bank. So konnte das reine Depotvolumen im Berichtsjahr um 45 Prozent von 728 Millionen Euro auf 1.056 Millionen Euro deutlich gesteigert werden und somit erstmals die „Milliardenschwelle“ überschreiten. Dementsprechend konnten auch die gesamten Assets under Management um 15 Prozent von 1.532 Millionen Euro auf 1.755 Millionen Euro zulegen. Die im Vergleich zum Depotwachstum geringere Ausprägung der Zunahme bei den Assets under Management ist dem bilanziellen Abbau von Überliquidität geschuldet. Angesichts des zu Jahresbeginn 2020 gefallenen Zinsniveaus im USD und des anhaltend negativen Zinsumfeldes auch im Euro wurden Veranlagungen bei Kreditinstituten deutlich reduziert. Gleichzeitig wurden Covid‐19 bedingt risikoreduzierende Maßnahmen bei Bankbuchveranlagungen gesetzt, die sich ebenfalls bilanziell zu Buche geschlagen haben. Bedingt durch diese Maßnahmen hat sich die Bilanzsumme trotz leicht gestiegener Kundenforderungen (exkl. Einzelwertberichtigung) im Jahresvergleich von 406 Millionen Euro auf 313 Millionen Euro reduziert.

Die Entwicklung im Kerngeschäft schlägt sich positiv im Ergebnis der Bank nieder: durch das stabile Kreditgeschäft sowie die Reduzierung von Überliquidität konnte das Nettozinsergebnis um rund 10 Prozent von 5,1 Millionen Euro auf 5,7 Millionen Euro verbessert werden. Auf Basis der positiven Entwicklungen im Depot‐ und Kapitalmarktgeschäft sowie einer erfreulichen Verkaufsdynamik insbesondere im ersten Halbjahr 2020 bei Vorsorgewohnungen wurde das Nettoprovisionsergebnis um rund 15 Prozent von 7,4 Millionen Euro auf 8,4 Millionen Euro gesteigert.

Andererseits musste die Bank auch den Entwicklungen der Covid‐19‐Pandemie Rechnung tragen: aufgrund der Marktverwerfungen zu Beginn der Krise wurden risikoreduzierende Maßnahmen im Bankbuch gesetzt, die zu einem negativen Finanzanlageergebnis in Höhe von 1,2 Millionen Euro geführt haben. Gleichzeitig wurden im Kreditportfolio aufgrund Covid‐19‐bedingter Marktentwicklungen und den damit in Verbindung stehenden Auswirkungen auf ein bestehendes Kreditgeschäft Risikovorsorgen in Höhe von ‑9,5 Millionen Euro gebildet. Wie bereits in der Ad‐Hoc‐Meldung vom 21. Dezember 2020 verlautbart, konnte die Bank im abgelaufenen Jahr somit nach UGB keinen Gewinn erwirtschaften bzw. weist gemäß IFRS einen Jahresverlust in Höhe von ‑7,89 Millionen Euro aus.

„Die gute Entwicklung im Kerngeschäft zeigt, dass die Bank abgesehen von den Covid‐19 bedingten Einmaleffekten über ein stabiles Geschäftsmodell sowie eine stabile Kernkundenbasis verfügt. Zusätzlich ist es gelungen, neue Marktnischen im Kapitalmarktgeschäft zu besetzen und daher sehen wir uns mit unserer Positionierung als Sachwert‐ und Kapitalmarktspezialist trotz bedauerlicher einmaliger Auswirkungen der Pandemie auf dem richtigen Weg“, so Marktvorstand Eduard Berger.

Starke Kapitalbasis

Die Wiener Privatbank kann per 31. Dezember 2020 weiterhin auf starke Kapitalkennzahlen verweisen. Bedingt durch die konsequente Umsetzung bilanzstärkender Maßnahmen wie einer Verbesserung der Sicherheitenlage für Kreditengagements sowie risikoreduzierender Maßnahmen im Bankbuch konnte die Kernkapitalquote trotz der unerfreulichen Ergebnisauswirkungen der Pandemie von 17,97 Prozent auf 18,68 Prozent verbessert werden.

Dazu Christoph Raninger: „Die Eigenkapitalausstattung ist ein Gütemaß für jede Bank. Mit unseren Kapitalkennzahlen liegen wir nicht nur deutlich über den regulatorischen Vorgaben, sondern auch klar über dem Durchschnitt österreichischer Banken. Somit stehen wir trotz pandemiebedingter Einmaleffekte weiterhin auf sehr soliden Beinen und sind für unser weiteres Wachstum gut gerüstet.“

Veränderungen im Management

Im Oktober letzten Jahres hat die Bank bekannt gegeben, dass Herr Juraj Dvorak einvernehmlich aus dem Vorstand der Wiener Privatbank SE ausscheidet. Herr Dvorak war im Vorstand für den Geschäftsbereich CEE zuständig und sollte die Expansion des Instituts insbesondere in die Slowakei und nach Tschechien vorantreiben. Es wurde jedoch entschieden, angesichts der Covid‐19 Pandemie und den damit einhergehenden unsicheren Marktlagen auch in diesen beiden CEE Ländern diese Expansionsstrategie nicht weiter zu verfolgen und sich strategisch auf den Heimmarkt Österreich sowie auf die bestehenden internationalen Aktivitäten zu konzentrieren. Der Vorstand besteht somit künftig aus Christoph Raninger und Eduard Berger.

Ausblick: Wachstum auf Basis eines klaren Leistungsanspruches

Auf Basis einer starken Kapitalausstattung ist das erklärte Ziel der Wiener Privatbank, ihre Positionierung als dynamische Spezialbank mit klarer Fokussierung auf Sachwert‐ und Kapitalmarktkompetenz weiter auszubauen. Im Sachwertebereich liegt der Schwerpunkt im Ausbau traditioneller Stärken, nämlich in der gemeinsamen Entwicklung neuer Immobilienprojekte mit ausgewählten Partnern sowie dem Vertrieb von Vorsorgewohnungen als stabile Anlageform. Dabei ist es das Ziel, zusätzliche Akzente in Form neuer und zeitgemäßer Produktformen zu setzen. Dies nicht nur bei Betonprodukten sondern auch bei Kapitalmarktprodukten. Diesbezüglich steht das Thema der Nachhaltigkeit künftig stärker im Fokus. So soll im ersten Halbjahr der erste nachhaltige Mezzaninkapitalfonds für Immobilienentwicklungsprojekte in Österreich ins Leben gerufen werden und damit die Stärke der Bank in Form integrierter Sachwert‐ und Kapitalmarktexpertise erweitert zum Einsatz gebracht werden.

Ebenso im Fokus steht der weitere Ausbau des Kapitalmarktgeschäfts. Durch die bewusste Konzentration auf das KMU Segment bei Anleihe‐ und Aktienemissionen soll die Marktposition in diesem Bereich durch die Generierung neuer Mandate ausgebaut und dadurch gleichzeitig Wachstumsimpulse für das Depot‐ bzw. Brokerage Geschäft erzielt werden. Im Veranlagungsbereich ist das Ziel, in Abhängigkeit von der jeweiligen Marktsituation ein ausgewogenes Anlagespektrum vorzuhalten, um institutionellen Kunden sowie vermögenden Privatkunden in jeder Marktphase das passende Angebot in Form von Sachwerten und Kapitalmarktprodukten anbieten zu können. In Summe sollen diese Maßnahmen zu einer Fortsetzung des Wachstums bei den Assets under Management führen.

Sichtbare und zukunftsorientierte Akzente hat sich die Bank auch im Zusammenhang mit Innovation vorgenommen. Einerseits sollen im laufenden Geschäftsjahr die Weichen in Richtung eines modernen Kernbankensystems gestellt werden und andererseits stehen weitere Digitalisierungsinitiativen am Programm. Dabei hat sich die Bank die Implementierung einer auf die Kundenbedürfnisse einer Privatbank ausgerichteten App für mobile Endgeräte sowie neue Prozessdigitalisierungsschritte im Sinne weiterer Effizienzgewinne im Zusammenhang mit Kundeninteraktion zum Ziel gesetzt. Auch die Entwicklung und der Einsatz digitaler Veranlagungsprodukte stehen perspektivisch im Blickfeld der Bank.

CEO Christoph Raninger fasst zusammen: „Nach dem für uns Pandemie bedingt ergebnismäßig unerfreulichem Ausgang des Geschäftsjahres 2020 ist der Blick optimistisch nach vorne gerichtet. Wir haben im letzten Jahr vieles ausgesät, was wir in Zukunft ernten wollen. Über die noch engere Verschränkung zwischen Kapitalmarktdienstleistungen, Depotgeschäft und Brokerage ist es uns gelungen, unsere Wertschöpfung in diesem Bereich weiter auszubauen und an Substanz zuzulegen. Diesen Weg wollen wir auch heuer fortsetzen. Zusätzlich entwickeln wir neue, innovative Produktideen wie den ersten nachhaltigen Mezzaninkapitalfonds in Österreich und engagieren uns in neuen Immobilienprojekten. Innovation und Nachhaltigkeit stehen heuer verstärkt im Fokus und diesbezüglich freuen wir uns, schon in Bälde interessante Neuerungen vorstellen zu dürfen.“

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