Wirtschaftsboom forciert Kreditwachstum

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Das Kreditwachstum inländischer Unternehmen stieg 2017 in einem positiven wirtschaftlichen Umfeld auf den höchsten Wert seit Mai 2009 an. Auch die Kreditvergabe an private Haushalte entwickelte sich in Österreich äußerst positiv. Nicht zuletzt aufgrund historisch niedriger Zinssätze gab es 2017 neben den schon über die letzten Jahre hinweg steigenden Volumina im Bereich der Wohnbaufinanzierung auch eine Ausweitung bei Konsumkrediten.

Die Oesterreichische Nationalbank veröffentlichte jüngst die aktuelle Entwicklung bei Krediten, Einlagen und Zinssätzen. Dabei berichtete Dr. Johannes Turner, Chefstatistiker der Notenbank, dass „das Jahreswachstum der an inländische Unternehmen vergebenen Kredite im Dezember 2017 mit 4,8 Prozent den höchsten Wert seit Mai 2009 (5,5 Prozent) erreichte, was auch im Zusammenhang mit steigenden Anlageinvestitionen stehen dürfte. Ab November 2017 trugen erstmals seit 2014 alle Laufzeitenkategorien positiv zum Kreditwachstum nichtfinanzieller Unternehmen in Österreich bei.“

Mit 143 Milliarden Euro wies das Kreditvolumen nichtfinanzieller Unternehmen bei österreichischen Banken im Dezember 2017 den historisch höchsten Wert auf. Zusätzlich finanzierten sich heimische Unternehmen mit rund 15 Milliarden Euro bei Banken mit Sitz in anderen Euroraum‐Ländern, wobei der größte Anteil davon mit rund 11 Milliarden Euro auf Banken mit Sitz in Deutschland entfiel. Die dort mit 1,27 Prozent gegenüber 1,46 Prozent in Österreich günstigeren Kreditkonditionen bei Großkrediten (über 1 Million Euro) könnten dabei eine Rolle spielen.

Auch bei den privaten Haushalten entwickelte sich die Kreditvergabe in Österreich mit einer Jahreswachstumsrate von 3,5 Prozent positiv. Neben den schon über die letzten Jahre positiven Wachstumsraten im Bereich der Wohnbaufinanzierung drehte 2017 auch die Jahreswachstumsrate der Konsumkredite ins Plus, was vor allem auch mit dem steigenden privaten Konsum zusammenhängt.

„Die Zinskonditionen im Neugeschäft lagen in Österreich sowohl für private Haushalte im Bereich der Konsumkredite (4,69 Prozent) wie auch für Klein‐ und Mittelbetriebe (1,89 Prozent) unter jenen des Euroraums. Historisch niedrige Zinssätze waren weiterhin bei Wohnbaukrediten zu verzeichnen (1,85 Prozent), wobei es in diesem Segment zwischen den Ländern des Euroraums nur geringe Unterschiede zu beobachten gab“, so Turner.
Im Umfeld historisch niedriger Zinssätze sicherten sich private Haushalte das günstige Zinsniveau weiterhin mit vermehrten Fixzinsbindungen im Kreditbereich längerfristig ab, was insbesondere im Neugeschäft bei Wohnbaukrediten zu erkennen ist. Lag der Anteil von Krediten mit anfänglicher Zinsbindung von über 10 Jahren im Jahr 2012 noch bei 2 Prozent, stieg dieser im Jahr 2017 auf 27 Prozent deutlich an.

Private sparen trotz negativer Realzinsen

Trotz weiterhin vorherrschender negativer Realzinsen stieg auch das Einlagenvolumen privater Haushalte im Jahr 2017 weiter an. Insgesamt betrug das Wachstum im Jahr 2017 3,4 Prozent und entsprach damit einer Ausweitung um 8 Mrd. Euro auf insgesamt 244 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür waren – wie schon in den Jahren zuvor – ausschließlich täglich fällige Einlagen. Grund für die geringe Attraktivität längerfristig gebundener Einlagen dürften die geringen Zinssaufschläge für Einlagen mit Bindungsfrist sein. Parallel dazu investierten private Haushalte 2017 im Ausmaß von netto 3,7 Milliarden Euro in Investmentfonds.

Wöchentlich die wichtigsten News

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an und erhalten Sie jeden Donnerstag die aktuellsten News aus der österreichischen Finanzmarketingszene direkt in Ihrem Posteingang.

In Kooperation mit

FMVÖ