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Women Money Club: „Frauen haben Berührungsängste mit dem Thema Geld“

Heidrun Kopp (Woman Money Club) und Astrid Valek (HDI) unterhielten sich über das Thema Frauen & Geld.
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Heidrun Kopp (Woman Money Club) und Astrid Valek (HDI) unterhielten sich über das Thema Frauen & Geld.

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Heidrun Kopp, Initiatorin des Women Money Club, plaudert mit Astrid Valek, Marketingleiterin HDI Lebensversicherung, über das Thema Frauen und Geld.

Heidrun Kopp, Initiatorin des Women Money Club, will mit Frauen über Geld sprechen. Offen, ehrlich und niederschwellig. Einmal im Monat lädt sie in Zukunft Finanzexpertinnen und interessierte Laien in entspannter Atmosphäre zum Finanztalk ein. Gastgeberin der Auftaktveranstaltung war HDI LEBEN: Mit Astrid Valek, Marketingleiterin der HDI Lebensversicherung AG in Österreich, plauderte Kopp über finanzielle Vorsorge, Pensionssplitting und das gute alte Haushaltsbuch.

Astrid Valek: Glaubt man den zahlreichen Statistiken, interessieren sich noch immer viel zu wenig Frauen für ihre Finanzen. Grund sind Berührungsängste mit dem Thema Geld sowie die fehlende Priorisierung der eigenen Vorsorge. Hinzu kommen auch gelernte Vorurteile, die dazu führen, dass Frauen dieses Thema gerne anderen überlassen. Der Women Money Club will das nun ändern. Wie wollen Sie Frauen dazu bringen, dass sie mehr finanzielle Eigenverantwortung übernehmen?

Heidrun Kopp: Ich möchte den Frauen vermitteln, dass Geld gleichbedeutend mit Freiheit und Unabhängigkeit ist. Denn irgendjemand trifft immer die Entscheidung, was mit unserem Geld passiert. Wenn wir Frauen es nicht tun, dann macht es der Partner, der Bankberater oder der Finanzminister. Jeder hat ein Eigeninteresse – und das ist nicht immer zu unserem Besten.

Astrid Valek: Frauen denken klassischerweise zuerst an die Familie, dann an die Kinder und vergessen oft auf sich selbst. Das führt häufig dazu, dass sie zwar ihr Leben lang gearbeitet haben in der Pension aber dennoch von Altersarmut bedroht sind. Das darf nicht sein. Hier besteht Handlungs‐ und Aufklärungsbedarf. HDI LEBEN ist das Thema so wichtig, dass wir diese Initiative gerne unterstützen. Je öfter wir darüber sprechen, desto mehr Frauen können wir erreichen.

Heidrun Kopp: Genau das ist unser Ziel. Der Women Money Club will Frauen sensibilisieren, aber nicht belehren. Wir wollen mit Frauen auf Augenhöhe über Geld sprechen. Unsere Talkrunden sollen familiär sein – zwei bis drei Expertinnen stehen für Fragen zur Verfügung. So können unsere Gäste Erfahrungen austauschen, aber auch Fragen an die Expertinnen stellen. Denn eines dürfen wir nicht vergessen: Frauen verdienen in Österreich immer noch weniger als Männer, arbeiten öfter in Teilzeit, versorgen die Kinder, pflegen kranke Angehörige – und am Ende werden sie dafür auch noch mit einer geringeren Pension bestraft.

Astrid Valek: Leider können Frauen diesen Einkommensausfall kaum aufholen. Daher ist es umso wichtiger, dass sie sich frühzeitig um ihre finanzielle Vorsorge kümmern. Dazu gehört nicht nur, mit dem Partner über einen Ausgleich für etwaige Kindererziehungszeiten – Stichwort Pensionssplitting – zu sprechen, sondern auch an Sparbuch‐Alternativen zu denken. Anlageformen mit einem höheren Ertragspotenzial leisten einen wertvollen Beitrag zum langfristigen Vermögensaufbau. Außerdem darf der Faktor Zeit nicht außer Acht gelassen werden: Je früher wir mit der finanziellen Vorsorge beginnen, desto besser. Aber auch mit 50 ist es noch nicht zu spät. Hauptsache: Wir tun etwas!

Heidrun Kopp: Tatsache ist: Die Ära des Bausparvertrages ist vorbei. Wir wollen Frauen vermitteln, dass sie weder vor Digitalisierung noch vor Geldanlage Angst haben müssen, denn der Kapitalmarkt ist keine Rocket Science. Die meisten Männer kennen sich auch nicht besser aus, lassen sich davon aber nicht abhalten. Interessanterweise setzen sich jüngere Frauen eher mit ihren Finanzen auseinander und sprechen auch mit ihrem Partner darüber. Und jüngere Männer sehen auch das Thema Pensionssplitting nicht mehr als Misstrauensantrag.

Astrid Valek: Die Corona‐Krise hat generell einen Umdenkprozess in Gang gebracht und eine bewusstere Wertehaltung bewirkt. Viele haben die Auszeit während des Lockdowns genützt, um sich der eigenen Wünsche und Bedürfnisse bewusst zu werden. Sie haben sich auch damit beschäftigt, wie sie in Zukunft – gerade auch im Alter – leben möchten. Konsumverhalten und laufende Haushaltsausgaben werden kritisch hinterfragt.

Heidrun Kopp: Das ist ein Anfang. Frauen sind gut beraten, sich zu allererst einen Überblick über ihre Finanzen zu verschaffen. Wieviel gebe ich wofür aus? Und ist das wirklich nötig? Hier hilft es, ein Haushaltsbuch zu führen. Das geht ganz einfach über eine APP oder – so wie ich es mache – über eine Excelliste. Dabei kann man auch gleich die laufenden Fixkosten zum Beispiel fürs Handy überprüfen. Oft gibt es wesentlich günstigere Angebote. Überhaupt sollte man einmal im Jahr einen Finanzcheck machen. Mit unserem Club wollen wir Frauen dazu motivieren, sich dieser Herausforderung zu stellen und an ihrer finanziellen Unabhängigkeit zu arbeiten. So gesehen verstehen wir uns als ein Finanz‐Fitness‐Center.

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