Das aktuelle EY Start-up-Barometer zeigt: 2025 verzeichnet Österreich den vierten Rückgang in Folge bei Start-up-Finanzierungen. Trotz einzelner Lichtblicke, vor allem im Bereich Künstliche Intelligenz, verschärfen sich strukturelle Schwächen des Standorts.
Vier Jahre Rückgang und wachsende Finanzierungslücke
Laut dem EY Start-up-Barometer Österreich 2025 ist das gesamte Finanzierungsvolumen im Jahr 2025 um rund 56 Prozent auf 253 Mio. Euro gesunken und erreicht damit einen neuen Tiefpunkt. Die Anzahl der Finanzierungsrunden blieb mit 148 Deals nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr, das durchschnittliche Volumen pro Runde fiel jedoch deutlich auf 2,3 Mio. Euro, nach 4,3 Mio. Euro im Jahr 2024 und 11,6 Mio. Euro im Boomjahr 2021. Große Wachstumsfinanzierungen bleiben rar: 2025 gab es lediglich vier Runden über 10 Mio. Euro, keine einzige Finanzierungsrunde überschritt die Marke von 100 Mio. Euro. Im europäischen Vergleich entwickelt sich Österreich damit klar gegen den Trend, da sich das Start-up-Umfeld in Europa insgesamt stabilisiert hat. Florian Haas, Head of Start-up bei EY Österreich, spricht von einem strukturellen Warnsignal und betont, dass ohne rasches Gegensteuern eine weitere Schwächung des Standorts droht.
KI als Lichtblick, strukturelle Reformen dringend erforderlich
Trotz des schwierigen Marktumfelds bleibt Künstliche Intelligenz der zentrale Investitionstreiber. Rund 38 Prozent des gesamten investierten Kapitals flossen 2025 in KI-Start-ups, 36 Prozent aller Finanzierungsrunden hatten einen KI-Schwerpunkt. Auch regional bleibt das Bild konstant: Wien behauptet sich mit 58 Prozent aller Finanzierungsrunden und 71 Prozent des investierten Kapitals klar als Start-up-Hotspot. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass einzelne Leuchtturmdeals nicht ausreichen, um den Standort nachhaltig zu stärken. EY sieht dringenden Handlungsbedarf bei niedrigeren Lohnnebenkosten, besseren Rahmenbedingungen für Risikokapital und der raschen Umsetzung des Rot-Weiß-Rot-Dachfonds, um die Finanzierungslücke im Wachstumssegment zu schließen und eine Trendumkehr einzuleiten.
















