Allianz Vorsorgebarometer 2020: Corona macht die Österreicher sparsam

© Allianz Österreich

Mag. Silke Zettl, Head of Market Management Allianz Österreich

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Die Ergebnisse des Allianz Vorsorgebarometers zeigen, dass jeder zweite Österreicher weniger Geld ausgibt als vor der Krise. Außerdem sorgt sich mehr als die Hälfte vor einer "Pensionslücke" sowie Altersarmut. Dennoch rechnen die meisten mit einer Verbesserung

Corona hat den Umgang mit Geld in unserem Land deutlich verändert. Laut aktuellem Allianz Vorsorgebarometer – durchgeführt vom Market‐Institut – gibt jeder Zweite derzeit weniger Geld aus als vor der Krise: für Shopping und Freizeitgestaltung ebenso wie für die Zukunftsvorsorge. Auf eine ausreichende Pension vom Staat vertrauen hierzulande nicht allzu viele Menschen, gleichzeitig fürchtet sich die Hälfte der Bevölkerung vor Altersarmut. Den Glauben an die finanzielle Zukunft haben die Österreicher aber noch nicht verloren, denn 48 Prozent rechnen trotz Krise damit, dass sich in fünf Jahren ihr Lebensstandard wieder verbessert haben wird. Am wenigsten allerdings jene, die bereits knapp vor der Pension stehen. 

Lieber im „Hier und Jetzt“ leben?

49 Prozent der Befragten haben ihre Ausgaben in den vergangenen Monaten reduziert, 27 Prozent ihre Sparquote erhöht, nur jeder Zehnte kauft mehr ein als vor Corona – so die markantesten Ergebnisse der Umfrage. Mag. Silke Zettl, Head of Market Management der Allianz Österreich, betont: „Die neue Sparsamkeit geht aber nicht konform mit der Bereitschaft, in längerfristige Vorsorge zu investieren. Lieber will man das Geld für die ziemlich ungewiss erscheinende nahe Zukunft verfügbar halten.“ 18 Prozent der Befragten wollen angesichts der aktuellen Lage einfach „lieber im Hier und Jetzt leben“ als an die Zukunft zu denken. Wichtigster Lebensbereich und zugleich wichtigstes Vorsorge‐Thema in Corona‐Zeiten ist für 62 Prozent die Gesundheit. Für die Hälfte der Österreicher (52 Prozent) ist jetzt in der Corona‐Krise die eigene finanzielle Absicherung von hoher Bedeutung. Für jeden Zweiten ist die Vorsorge für die Pension wichtig, erst deutlich dahinter folgt der langfristige Vermögens‐ und Kapitalaufbau (18 Prozent).

Pensionslücke: Männer sorgen mehr vor als Frauen

Der Anteil jener Österreicher, die Geld in private Altersvorsorge investieren, ist mit 53 Prozent gegenüber dem Jahr 2014 unverändert geblieben. Weiterhin sind es auch in Corona‐Zeiten eher die Männer als die Frauen, die privat vorsorgen und dafür auch höhere Beträge investieren. Hinzu kommt, dass 57 Prozent der Männer, aber nur 42 Prozent der Frauen, mit einer ausreichenden staatlichen Pension rechnen. „Die Pensionslücke wird in besonderem Maße die Frauen treffen, die Gefahr einer möglichen Altersarmut scheint vielen auch bereits bewusst zu sein. Daher muss man ganz besonders Frauen nahelegen frühestmöglich vorzusorgen“, so Zettl. So denken 75 Prozent der Befragten über das Thema Pension häufig oder gelegentlich nach. Drei von vier Personen zeigen sich sogar besorgt, wenn es um ihren Lebensstandard oder die finanzielle Situation durch die entstehende Pensionslücke geht. Vor der folgenden Altersarmut haben laut der Umfrage 56 Prozent der Befragten Angst – vorwiegend Frauen (59 Prozent) und jüngere Menschen. Je höher die Bildung, desto geringer ist die allgemeine Furcht vor Altersarmut.

Sorge vor schlechter Absicherung der staatlichen Pension

In die staatliche Pension besteht insgesamt nur ein geringes Vertrauen, insbesondere bei der jüngeren Generation. Nur die Hälfte der Österreicher geht davon aus, überhaupt einmal eine staatliche Alterspension zu erhalten. Jeder Dritte geht von einer schlechten Absicherung aus. Neben den jungen Menschen sind es hier vorrangig Frauen, die der Zukunft pessimistischer entgegen blicken. Nur ein Viertel der Bevölkerung nimmt an, dass die staatliche Pension ausreicht – dennoch wird die private Vorsorge in den meisten Fällen erst bei Menschen ab 35 Jahren überhaupt zum Thema und erst bei den Über‐50‐Jährigen wirklich brisant.

Trotz Corona herrscht Zuversicht

Gefragt wurden die Österreicher auch, wie sie ihre finanzielle Situation in den nächsten fünf Jahren einschätzen: Die Hälfte der Bevölkerung zeigt sich trotz Corona zuversichtlich. Prof. Dr. Werner Beutelmeyer, Geschäftsführer des Market‐Instituts, interpretiert dies wie folgt: „In den letzten Wochen stieg parallel zu den Infektionszahlen der Pessimismus an – dies dürfte sich auch in einer ‚Konsumbremse‘ für das Weihnachtsgeschäft niederschlagen. Wir sprechen jedoch nur von einem kurzfristigen Dämpfer: Langfristig betrachtet blicken die Österreicher der Zukunft optimistisch und positiv gestimmt entgegen.“ So rechnet jeder Zweite mit einer Verbesserung der derzeitigen finanziellen Situation. Vor allem Männer und die 18‐ bis 34‐Jährigen zeigen sich optimistisch, wenn es um ihre finanzielle Zukunft geht. Ganz anders sehen es dagegen die 55‐ bis 65‐Jährigen: hier glaubt nur jeder Fünfte an eine Verbesserung.

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