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© EY / Christina Häusler

Margit Kapfer, Director und Klimaschutzexperin bei EY denkstatt.

„EY Four Futures“ – Klimawandel in Österreich: Nicht-Handeln wird zur teuersten Option für Wirtschaft

Österreich ist seit der Industrialisierung um 2,9 Grad Celsius wärmer geworden – mit spürbaren wirtschaftlichen Folgen.

Laut EY denkstatt steigen die Kosten des Zögerns überproportional, während viele Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Klimaziele zurückbleiben.

Milliardenkosten und Zukunftsszenarien bis 2055

Der Klimawandel verursacht in Österreich bereits heute erhebliche wirtschaftliche Belastungen. Seit der Industrialisierung ist die Durchschnittstemperatur um 2,9 Grad Celsius gestiegen, in alpinen Gipfelregionen sogar um 3,3 Grad. Laut dem Bundesministerium für Finanzen kann das Verfehlen nationaler Klimaziele bis 2030 bis zu 2,9 Milliarden Euro an budgetwirksamen Zahlungen verursachen, selbst bei moderater Zielverfehlung werden rund 1,6 Milliarden Euro erwartet. Mit dem interaktiven Szenarioformat „EY Four Futures“ zeigt EY denkstatt zudem auf, wie heutige Entscheidungen die wirtschaftliche Realität im Jahr 2055 prägen. Die vier Szenarien reichen von einem „Business as usual“ über eine stark regulierte Übergangsphase bis hin zum Kollaps zentraler Systeme sowie einer tiefgreifenden Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. „Nicht-Handeln wird häufig als risikolos wahrgenommen – tatsächlich ist es die teuerste Option“, sagt Margit Kapfer, Director und Klimaschutzexpertin bei EY denkstatt. „Unternehmen zahlen entweder heute gezielt in Transformation und Stärkung der Klimaresilienz ein oder morgen ungeplant in Schadensbegrenzung, Produktionsausfälle und Wettbewerbsnachteile.“

Ziele vorhanden – Umsetzung bleibt Herausforderung

Das EY Sustainability Barometer zeigt, dass 73 Prozent der Unternehmen Ziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen definiert haben. Gleichzeitig geben nur zehn Prozent an, dass Klimaschutz ihr Handeln stark beeinflusst. Datenmangel und Ressourcenknappheit bremsen die Umsetzung stärker als regulatorische Anforderungen: 67 Prozent nennen die Verfügbarkeit und Qualität von Nachhaltigkeitsdaten als größte Herausforderung, 46 Prozent den Ressourcenaufwand. „Wir sehen sehr klar: Der Wille ist da, aber die Umsetzung bleibt schwierig“, erklärt Andreas Lindinger, Senior Manager und Nachhaltigkeitsexperte bei EY denkstatt. „Viele Unternehmen unterschätzen, wie tief Nachhaltigkeit in Prozesse, Datenstrukturen und Entscheidungslogiken integriert werden muss, um tatsächlich Wirkung zu entfalten.“ Unabhängig von regulatorischen Anpassungen bleibt der internationale Wettbewerb bestehen – ob gehandelt wird oder nicht, entscheidet über langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

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