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© EY/Christina Häusler

Ben Trask, Partner bei EY-Parthenon Österreich.

EY-Restrukturierungsstudie: Österreich unter überdurchschnittlichem Restrukturierungsdruck

Die neue European Restructuring Pulse Survey zeigt: Österreichs Banken erwarten deutlich steigende Restrukturierungsfälle – früher und stärker als im europäischen Vergleich. Vor allem Automobilindustrie, Handel und Immobilien geraten unter Druck.

Österreich spürt Restrukturierungsdruck früher und stärker als Europa

Laut der Befragung unter knapp 200 Restrukturierungsexpert:innen aus über 30 Ländern – darunter 15 aus Österreich – meldeten im ersten Halbjahr 2025 europaweit 52 Prozent einen Anstieg der Restrukturierungsfälle. In Österreich liegt dieser Wert nahezu gleichauf. Für das zweite Halbjahr rechnen europaweit 59 Prozent mit weiteren Zuwächsen, in Österreich jedoch 80 Prozent. Während 82 Prozent der europäischen Expert:innen erst 2026 oder später den Höhepunkt der Restrukturierungswelle erwarten, gehen 60 Prozent der österreichischen Befragten bereits vom zweiten Halbjahr 2025 aus. Österreichs am stärksten betroffene Sektoren sind Automotive (24 Prozent), Retail (21 Prozent), Immobilien (19 Prozent), Konsumgüter (12 Prozent) und Bau/Building Materials (10 Prozent). Als wichtigste Auslöser nennen die Befragten schwache Konjunktur (26 Prozent), Umsatzrückgänge (22 Prozent) sowie steigende Energie- und Materialkosten (14 Prozent). Ben Trask betont: „Die Ergebnisse zeigen sehr klar, dass sich der Restrukturierungsdruck zeitlich verschiebt, aber keinesfalls abnimmt.“

Sektoraler Druck und Anpassungsstrategien der Banken

Der Restrukturierungsdruck konzentriert sich in Österreich besonders auf industrielle Kernbranchen und den Immobilienmarkt. Der Automotive-Sektor wird mit 24 Prozent am häufigsten genannt, Bau/Building Materials erreicht 10 Prozent, und der Immobiliensektor mit 19 Prozent einen überdurchschnittlich hohen Wert. Osteuropa entwickelt sich laut Studie zum Hotspot, 45 Prozent der europäischen Teilnehmenden erwarten dort zweistellige Anstiege. Trotz steigender Fallzahlen bevorzugen österreichische Banken weiterhin außergerichtliche Lösungen: 80 Prozent der Fälle werden über konsensuale Verfahren abgewickelt. Die am häufigsten genutzte Maßnahme ist die Verlängerung oder Anpassung bestehender Kredite (22 Prozent), gefolgt von operativen Sanierungsschritten und Insolvenz/Liquidation. 52 Prozent des neuen Kapitals kommen von bestehenden Kreditgebern, 28 Prozent von Eigentümern. Trask fasst zusammen: „Die wirtschaftliche Stabilisierung sowohl in Österreich als auch in Europa wird länger dauern als noch Anfang des Jahres erwartet. Unternehmen, die frühzeitig Maßnahmen ergreifen, ihre Kapitalstrukturen optimieren und ihre Geschäftsmodelle weiterentwickeln, werden die größten Chancen haben, aus dieser Phase gestärkt hervorzugehen.“

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