Der Collection Complexity Score 2026 von ACREDIA und Allianz Trade zeigt eine leichte Entspannung bei der weltweiten Inkassokomplexität. Trotz dieser Entwicklung bleibt der grenzüberschreitende Forderungseinzug für Unternehmen herausfordernd.
Leichte Entspannung, strukturelle Risiken bleiben
Mit 47,2 von 100 Punkten bleibt das globale Risikoniveau beim Forderungseinzug hoch. Zwar ist der Durchschnittswert gegenüber 2022 leicht gesunken, dennoch entfallen rund 48 Prozent der internationalen Handelsforderungen auf Länder mit sehr hoher oder extremer Inkassokomplexität – das entspricht einem Volumen von rund 1,1 Billionen US-Dollar. Belastend wirken weiterhin hohe Insolvenzzahlen, geopolitische Spannungen, fragmentierte Handelsströme sowie zunehmende digitale Risiken. „Auch wenn sich die globale Inkassokomplexität zuletzt leicht entspannt hat, bleibt der Forderungseinzug für Unternehmen weltweit eine große Herausforderung. Unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen, lokale Zahlungsgepflogenheiten und hohe Insolvenzzahlen erhöhen vor allem im internationalen Geschäft das Ausfallrisiko. Ein strukturiertes Kredit- und Forderungsmanagement sowie die laufende Bewertung von Länderrisiken sind daher wichtiger denn je“, betont Gudrun Meierschitz, Vorständin der ACREDIA Group.
Österreich stabil, Exportmärkte bleiben anspruchsvoll
In Österreich profitieren Unternehmen grundsätzlich von einem stabilen rechtlichen Umfeld und einem verlässlichen Zahlungsverhalten. In der Praxis erweisen sich jedoch außergerichtliche Lösungen häufig als effizienter Weg zur Einbringung offener Forderungen. International zeigt die Analyse, dass hohe Exportvolumina nicht automatisch mit geringen Inkassorisiken einhergehen: Auch wichtige Absatzmärkte wie China, die Slowakei oder Indien weisen eine erhöhte Inkassokomplexität auf. „Insolvenzverfahren und lokale Zahlungspraktiken bleiben weltweit die zentralen Treiber der Inkassokomplexität. Selbst dort, wo rechtliche Systeme grundsätzlich gut funktionieren, erschweren strukturelle Unterschiede den internationalen Forderungseinzug – insbesondere für exportorientierte Unternehmen“, so Meierschitz.
















