Halbjahresfinanzbericht: Corona‐Krise wirkt sich negativ auf Geschäftsergebnis der Hypo Vorarlberg aus

Zentrale der Hypo Vorarlberg
© Hypo Vorarlberg
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Unter Berücksichtigung der besonderen Umstände beurteilt der Vorstand das Halbjahresergebnis als insgesamt zufriedenstellend. Neben einer soliden Eigenkapitalausstattung verfügt die Bank über ausreichende Liquiditätsreserven.

Die wirtschaftlichen Folgen der Covid‐19‐Pandemie wirkten sich erwartungsgemäß nachteilig auf das Geschäftsergebnis der Hypo Vorarlberg Bank AG (Hypo Vorarlberg) im ersten Halbjahr 2020 aus. Unter Berücksichtigung dieser besonderen Umstände beurteilt der Vorstand das Halbjahresergebnis als insgesamt zufriedenstellend. Auch wenn der hohe Liquiditätsstand bei der Hypo Vorarlberg Kundenvertrauen widerspiegelt, wird das Zinsergebnis durch die Negativzinspolitik der EZB belastet. Per 30. Juni 2020 erwirtschaftete die Hypo Vorarlberg dennoch einen Zinsüberschuss, der um 6,1 Prozent über dem Vorjahresergebnis lag. Das Provisionsergebnis war im ersten Halbjahr 2020 eine stabile Säule für die Geschäftsentwicklung der Hypo Vorarlberg. Der Provisionsüberschuss belief sich per 30. Juni 2020 auf 16.827.000 Euro und stieg damit um 0,4 Prozent (30. Juni 2019: 16.763.000 Euro). Negative Bewertungseffekte als Konsequenz aus der Wirtschafts‐krise beeinträchtigten das Ergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value. Das Ergebnis kippte im ersten Halbjahr mit ‑7.033.00 ins Minus (30. Juni 2019: 12.715.000 Euro). Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten at Amortized Cost stieg hingegen per 30. Juni 2020 auf 986.000 Euro (30. Juni 2019: ‑13.000 Euro).

Die Summe der Sonstigen Erträge sank im zweiten Quartal 2020 von 14.696.000 Euro auf 5.793.000 Euro, während die Sonstigen Aufwendungen bei 15.386.000 Euro lagen (30. Juni 2019: 17.938.000 Euro). Mit 723 Mitarbeitern (Vollzeitäquivalente) stieg der Personalstand um 1,3 Prozent. Die Personalaufwendungen erhöhten sich von 32.059.000 Euro auf 33.358.000 Euro. Die Sachaufwendungen betrugen per 30. Juni 2020 17.941.000 Euro und lagen leicht über dem Niveau des Vorjahresquartals (30. Juni 2019: TEUR 17.732). Die gesamten Verwaltungsaufwendungen beliefen sich auf 51.299.000, was einem Anstieg von 3,0 Prozent zum Vergleichszeitraum des Vorjahres (30. Juni 2019: 49.791.000 Euro) entspricht. Die Risikovorsorgen und Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte stiegen und lagen im zweiten Quartal 2020 bei 9.274.000 Euro (30. Juni 2019: 8.515.000 Euro). Für alle erkennbaren Risiken hat der Konzern ausreichend Vorsorge getroffen. Das Ergebnis aus der Equity‐Konsolidierung betrug 158 .000 Euro (30. Juni 2019: 168.000 Euro). Die Hypo Vorarlberg wies zum 30. Juni 2020 ein Ergebnis vor Steuern von 22.437.000 Euro (30. Juni 2019: 44.798.000) aus und lag aufgrund der negativen Fair‐Value‐Bewertungseffekte um 49,9 Prozent unter dem Halbjahresergebnis 2019. Nach Abzug von Steuern verzeichnete die Bank ein Ergebnis von 16.428.000 Euro (30. Juni 2019: 36.803.000 Euro).

Bilanzentwicklung

Die Konzern‐Bilanzsumme stieg zum Ende des zweiten Quartals 2020 um 8,2 Prozent auf 15.123.504.000 (31. Dezember 2019: 13.979.941.000 Euro). Davon entfielen 12.306.836.000 Euro auf Finanzielle Vermögenswerte at Amortized Cost. Dieser Wert lag um 4,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Die Darlehen und Kredite an Kunden über alle Bewertungskategorien stiegen leicht von TEUR 10.042.455.000 auf 10.206.546. 000 Euro. Bei den Finanziellen Verbindlichkeiten at Amortized Cost gab es eine Steigerung um 10,5 Prozent auf 12.666.574.000 Euro (31. Dezember 2019: 11.467.794.000 Euro).

Das eingezahlte Kapital der Hypo Vorarlberg beträgt 162.152.000 Euro. Die gesamten Eigenmittel beliefen sich zum 30. Juni 2020 auf 1.502.950.000 Euro (31. Dezember 2019: 1.509.673.000 Euro). Die Quote der Gesamteigenmittel lag bei 17,20 Prozent (31. Dezember 2019: 17,85 Prozent). Mit einer Quote des Kernkapitals (T1) von 14,21 Prozent (31. Dezember 2019: 14,66 Prozent) und einer Quote des harten Kernkapitals (CET1) von 13,64 Prozent (31. Dezember 2019: 14,07 Prozent) erfüllt die Hypo Vorarlberg die seit 1. Jänner 2014 gültigen Basel III‐Standards in der höchsten Aus‐baustufe. Diese Werte sind in Anbetracht des Risikoprofils komfortabel. Der Vorstand legt weiterhin ein spezielles Augenmerk auf die Stärkung der Eigenmittelausstattung, um sich für die Zukunft eine ausgezeichnete Bonität und damit eine günstige Refinanzierung zu sichern.

Erwartete Ergebnisentwicklung

Aufgrund der in den vergangenen Jahren getätigten Rücklagen und der stabilen Eigenkapitalsituation kann die Hypo Vorarlberg auch in der derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Situation bestehen. Neben einer soliden Eigenkapitalausstattung verfügt die Bank über ausreichende Liquiditätsreserven und eine diversifizierte Fundingstruktur. Es ist zu erwarten, dass sich die durch das Coronavirus verursachte Wirtschaftskrise deutlich auf alle Geschäftsbereiche der Hypo Vorarlberg auswirken wird. Insolvenzen und Einkommensausfälle werden sowohl in den direkt betroffenen Branchen als auch in der weiteren Wertschöpfungskette vermehrt zu Kreditausfällen führen. Hier bewährt sich die risikobewusste Kreditvergabe in der Vergangenheit. Das breit diversifizierte Kreditportfolio der Bank ist keinen wesentlichen Klumpenrisiken ausgesetzt. In keiner der am schwersten betroffenen Branchen (Beherbergung und Gastronomie, Reisebüros und Reiseveranstalter und überwie‐gend persönliche Dienstleistungen) weist die Hypo Vorarlberg ein überdurchschnittliches Exposure auf. Zudem sind erste positive Signale aus dem Tourismus, dem Handel und der Industrie zu ver‐nehmen. Die für die Bank wichtige Immobilienbranche hat sich stabil entwickelt. Vorsorglich hat die Bank die Ratings in exponier‐ten Branchen herabgestuft und die entsprechenden Risikovorsor‐gen gebildet. Die Hypo Vorarlberg ist weiterhin kapitalmäßig gut ausgestattet. Die Quote der Gesamteigenmittel im Konzern lag per 30. Juni 2020 bei 17,20 Prozent, die Kernkapitalquote (T1) belief sich auf 14,21 Prozent und es wurden genügend Puffer für Krisensituationen aufgebaut. Legt man das Szenario einer leichten wirtschaftlichen Erholung im dritten und vierten Quartal 2020 zugrunde, ist aufgrund der stei‐genden Risikovorsorgen mit einem deutlichen Ergebnisrückgang auf Konzernebene zu rechnen. Von entscheidender Bedeutung wird auch die Rolle der öffentlichen Hand bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sein. Das zu erwartende Ergebnis 2020 wird kurzfristig von Bewertungseffekten, Vorsorgen und wahrscheinlich erst zeitverzögert – eventuell auch erst in den Folgejahren – durch tatsächliche Ausfälle beeinflusst werden. Für die wirtschaftliche Entwicklung des Hypo Vorarlberg Konzerns im Geschäftsjahr 2020 werden vor allem die Dauer der Krise und die darauffolgenden Nachholeffekte entscheidend sein.

Hier finden Sie den gesamten Halbjahresbericht 2020.

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