Nullzinsen, nix Neues?

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Bemerkenswerte Ein- und Aussichten beim FMVÖ Financial Forum „Japan und die Nullzinspolitik“: Wieviel Hysterie – oder besser: Mangelndes Fachwissen – stecken eigentlich hinter der vielzitierten „kalten Enteignung“ der Sparer?

Ewald Nowotny, Jahrgang 1944, rief – weil in der seit Jahr und Tag dauernden Klage über die praktische Null‐Zins – Politik der EZB  endlich ein klares Wort fehlte – historische Fakten in Erinnerung: „Es ist richtig, dass es keinen Ertrag bei Spareinlagen gibt, aber der große Geldvernichter war immer die Inflation und das haben wir im Moment nicht.“ Und machte die Erinnerung konkret, von ihm präzise als „Nominal‐Illusion“ etikettiert: „Mein Vater ist in den 70er Jahren stolz von der Bank zurückgekommen, weil er die Sparzinsen von drei auf fünf Prozent ausverhandelt hatte. Allerdings lag die Inflation damals bei acht oder neun Prozent.“

Die Bedeutung verteilt sich wohl gleich auf „Nominal“ wie „Illusion“. 0,1 % „mehr“ erscheint halt nicht so doll wie 1,1. Und bei einer Inflation – laut WIFO/IHS – im September von 1,2 Prozent – selbst bei einem noch‐Wachstum des BIP von (nominal!) plus 1,5 Prozent liegen wir da ganz real im Minus. So wie auch schon zu Nowotnys Vaterzeiten beschrieben.

Was das aussagt? Vorerst lediglich, was die „Spar“-Mentalität und das Jammern über Niedrig‐ oder Null Zins betrifft, hat die öffentliche Kommunikation nunmehr deutlich gemacht, dass wir Geld verlieren, solange wir die allzeit verfügbaren Sparformen so eindeutig mit Milliardenzuweisungen bevorzugen. Die vielzitierte „Financial Literacy“ scheint allerdings weitgehend nach wie vor ein gesamtgesellschaftliches Minderheitenprogramm zu sein. Die Diskussion ist endlich in notwendiger Breite losgetreten. Jetzt fehlt halt noch der homo oeconomicus mit seinen Entscheidungen in Geldfragen. Zumindest die Immobilienbranche hat es bisher begriffen…

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