Die Österreichische Nationalbank erwartet für 2026 ein gedämpftes Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent bei erhöhter Unsicherheit durch den Nahost-Krieg. Gleichzeitig zeigt der Jahresabschluss 2025 eine Verbesserung beim Geschäftsergebnis trotz weiterhin negativem Ergebnis.
Konjunkturprognose von Unsicherheit geprägt
Die aktuelle OeNB-Prognose für die Jahre 2026 bis 2028 geht von einem verhaltenen Wachstum aus. Für 2026 wird ein Plus von 0,5 Prozent erwartet, das sich 2027 und 2028 auf 1,0 beziehungsweise 1,1 Prozent beschleunigen soll. Die Inflation wird für 2026 mit 2,7 Prozent prognostiziert und soll in den Folgejahren auf 2,3 Prozent und 2,1 Prozent zurückgehen. Die Arbeitslosenquote liegt 2026 bei 7,5 Prozent. Hintergrund der Entwicklung ist insbesondere der Krieg im Nahen und Mittleren Osten. OeNB-Gouverneur Martin Kocher betont: „Der am 28. Februar ausgebrochene Krieg im Nahen und Mittleren Osten und die in der Folge deutlich gestiegenen Energiepreise bringen jedoch erneut große Unsicherheit mit sich und trüben die weiteren wirtschaftlichen Aussichten signifikant.“ Gleichzeitig verweist die OeNB darauf, dass sich die Konjunktur zu Jahresbeginn noch robust gezeigt hat und die Dämpfung aktuell als temporär eingeschätzt wird.
Geschäftsergebnis verbessert sich trotz Belastungen
Der Jahresabschluss 2025 zeigt weiterhin ein negatives Ergebnis, jedoch mit klarer Verbesserung. Der Jahresfehlbetrag lag bei minus 1.023 Millionen Euro und damit etwa halb so hoch wie im Vorjahr. „Im Jahr 2025 sehen wir erstmals wieder einen Aufwärtstrend. Der Jahresfehlbetrag für das Geschäftsjahr 2025 beträgt mit ‑1.023 Mio EUR halb so viel wie im Jahr zuvor, und die geldpolitischen Belastungen aus der expansiven Geldpolitik bis 2022 werden sich für die OeNB auch in Zukunft weiter verringern“, erklärte Vize-Gouverneurin Edeltraud Stiftinger. Insgesamt ergibt sich ein Bilanzverlust von minus 5.207 Millionen Euro, der in das Jahr 2026 vorgetragen wird. Die Bilanzsumme stieg 2025 auf 256 Milliarden Euro, unter anderem aufgrund des gestiegenen Goldpreises. Laut OeNB bleibt die finanzielle Handlungsfähigkeit uneingeschränkt.

















