Millstätter Wirtschaftsgespräche: Zuviel Staat nach der Krise?

© Simon Bernlieger, Mario Ciperle
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp
Share on email
Unter strengen Sicherheitsmaßnahmen gingen die 4. Millstätter Wirtschaftsgespräche trotz Corona reibungslos über die Bühne. Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigten sich mit der wachsenden Rolle des Staates in der Wirtschaft während der Krise.

Die Frage nach den Konsequenzen von „mehr Staat“ und die künftig richtige Dosis Staat als Grundlage für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung erörterten bei den Millstätter Wirtschaftsgesprächen hochkarätige Referentinnen und Referenten aus höchst unterschiedlichen Perspektiven. Der globale Systemwettbewerb zwischen USA und China spielte dabei ebenso eine Rolle, wie unternehmerischen Erfahrungen und Strategien im Umgang mit staatlichen Interventionen in die Wirtschaft.

„Wir befinden uns mitten in einer Renaissance des Staates. Egal, ob US‐amerikanischer Handelsprotektionismus, chinesischer Staatskapitalismus, europäischer Schutz von Schlüsselindustrien oder digitale Transformation – überall spielt staatliches Handeln wieder eine prioritäre Rolle. Das gilt natürlich besonders jetzt auch in der Corona‐Krise, wo staatliche Interventionen und Hilfen ganz besondere Bedeutung haben“, so die Initiatoren der Millstätter Wirtschaftsgespräche, Prof. Alfons Helmel und Markus Gruber.

Inputs lieferten vor Ort und online unter anderem Wilhelm Molterer (Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank), Marcus Grausam (CEO A1), Antonella Mei‐Pochtler (Senior Advisor Boston Consulting Group und Leitung „Think Austria“), Wolfgang Eder (Aufsichtsrat Voestalpine AG), Erhard Busek (Präsident des Senats der Wirtschaft Österreich) und viele weitere hochkarätige Gäste. Wilhelm Molterer betonte in seinem Impuls, man muss unterscheiden, ob staatlicher Einfluss einem gemeinsamen größeren Ganzen oder ausschließlich Einzel‐ und nationalen Interesse diene. Mit Blick auf die Europäische Union forderte Molterer, „vom Krisenmodus in den Zukunftsmodus umzuschalten, um im globalen Wettbewerb“ bestehen zu können. Antonella Mei‐Pochtler verwies in diesem Zusammenhang auf die Potenziale Europas im Energie‐ und Klimatechnologiebereich sowie in der Biomedizin. Österreich müsse sich für die Post‐Covid‐Zeit die Frage stellen, wer es sein wolle – Ruhepool, Brückenbauer oder „Hidden Champion hoch 2“.

Das Thema Staat war lange Zeit eher hintergründig, ist aber nun auch abseits von Corona auf wirtschaftspolitischer Ebene wieder voll präsent. Einigkeit herrschte bei den Gesprächen in Millstatt, dass die Rolle des Staates nach der Corona‐Krise rasch wieder auf das richtige Maß angepasst werden muss. „Die Balance zwischen staatlichen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und staatlichen Interventionen in die Wirtschaft wird mehr denn je für Wachstum und Wohlstand erfolgsentscheidend sein”, bilanzieren die Initiatoren Alfons Helmel und Markus Gruber.

Weitere Eindrücke finden Sie auf auf mwg.or.at in der Galerie. © Simon Bernlieger, Mario Ciperle

Wöchentlich die wichtigsten News

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an und erhalten Sie jeden Donnerstag die aktuellsten News aus der österreichischen Finanzmarketingszene direkt in Ihrem Posteingang.

In Kooperation mit

FMVÖ