Österreichischer Immobilienmarkt trotzt der Krise

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Die UniCredit Bank Austria Real Estate Country Facts sehen den Ausblick für den österreichischen Immobilienmarkt weiterhin positiv.

Die UniCredit Bank Austria Real Estate analysierte den Einfluss der Corona‐Pandemie auf den österreichischen Immobilienmarkt. Unteranderem ergab die Untersuchung, dass kommerzielle Immobilien im ersten Halbjahr 2020 mit einem blauen Auge davongekommen sind. Der Rückgang des Gesamtinvestmentvolumens bleibt ebenfalls in einem überschaubaren Rahmen. Reinhard Madlencnik, Head of Real Estate der UniCredit Bank Austria, meint: „Der Ausblick für den österreichischen Immobilienmarkt ist weiterhin positiv. In Summe sollte es durch Covid‐19 keine allzu großen Verwerfungen in den Asset‐Klassen geben, wohl aber mittelfristig Anpassungen, was Qualität und Nutzung anlangt. Einzig das Segment der Stadthotels wird voraussichtlich eine Marktbereinigung erfahren.“ 2019 wurde der österreichische Allzeitrekord bei kommerziellen Immobilieninvestitionen erreicht und das erzielte Transaktionsvolumen lag mit 5,9 Milliarden Euro einen neuen Spitzenwert. Heuer ist die Investmenttätigkeit nicht überraschend schwächer ausgefallen, im ersten Halbjahr 2020 wurden rund 1,6 Milliarden Euro investiert, das ist im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum ein Rückgang von fast 30 Prozent.

Wohnbau 2020

Die Wirtschaftskrise verändert zwar die Nachfrage des Wohnbaus, aber der Bedarf an günstigen Mietwohnungen steigt. Von 2013 bis 2019 wurden in Österreich durchschnittlich 61.000 neue Wohnungen pro Jahr errichtet, deutlich mehr als in den drei Jahrzehnten davor, mit durchschnittlich 47.000 fertiggestellten Einheiten pro Jahr. Damit dürfte der laufende Neubaubedarf gedeckt worden sein. Allerdings wurde der Nachfrageüberhang in einzelnen Marktsegmenten, vor allem bei günstigen Mietwohnungen, wahrscheinlich nur zum Teil abgebaut. Die Wirtschaftskrise 2020 wird in dem Segment die Nachfrage noch verstärken. „Voraussichtlich wird der Wohnungsneubau 2020, wenn überhaupt, nur moderat schrumpfen. Österreichs Wohnbau bleibt 2020 in Europa einer der wachstumsstärksten Sektoren.“, sagt Madlencnik.

Erhöhte Mietkosten in allen Segmenten 

Der stärkere Mietpreisanstieg, wie er in den letzten Jahren nicht nur bei der Neuvermietung frei finanzierter Objekte, sondern auch im preisgünstigeren kommunalen und gemeinnützigen Wohnungssegment zu beobachten war, stützt zwar die Renditen der Immobilieninvestoren, erhöht aber gleichzeitig die finanzielle Belastung der Wohnungssuchenden. Vor allem einkommensschwächere Haushalte leiden unter der Tatsache, dass schlecht ausgestattete und damit günstigere Objekte praktisch vom Markt verschwunden sind. Infolge der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung muss damit gerechnet werden, dass vor allem der Bedarf nach günstigen (Miet-)Wohnungen weiter steigt.

Büromarkt in Wien 

Der Wiener Büromarkt kann auch in Zeiten der Pandemie im europäischen Vergleich von seiner seit langer Zeit stabilen Positionierung profitieren und den neuen Marktbedingungen mit guten Grundvoraussetzungen entgegentreten. Dennoch sind die Auswirkungen der Corona‐Krise auch in Wien nicht zu übersehen. Die Mieten für Büroflächen in Wien sind im ersten Halbjahr 2020 weitgehend stabil geblieben. Spitzenmieten für Class A Büroflächen in guter Lage erreichten Mitte 2020 ca. 26 Euro/Quadratmeter im Monat. Trotz der relativ hohen Neubautätigkeit sollten die Spitzenmieten bis Jahresende auf dem derzeitigen Niveau stabil bleiben. „Die Spitzenrenditen im Bürosektor in Wien haben im Jahr 2019 nochmals leicht nachgegeben und sich im ersten Halbjahr 2020 stabilisiert, sodass die Spitzenrenditen für absolute Top‐Objekte in bester Lage Ende des ersten Halbjahres Werte von ca. 3,5 Prozent erreichten. Signifikante Veränderungen erwarten wir bis Jahresende bei den Renditen nicht“, bestätigt Madlencnik.

Handelsimmobilien

Die Corona‐Krise triff die Handelslandschaft in unterschiedlichem Ausmaß. Die Handelsimmobilien sind – neben der Hotellerie – das von der Corona‐Krise am stärksten betroffene Immobiliensegment. Die Betroffenheit des Handels ist dabei unterschiedlich stark ausgeprägt und vom jeweiligen Objekttyp (z. B. Shopping Center SC, Fachmarktzentrum FMZ, Einkaufsstraße), der Branche sowie insbesondere vom Standort abhängig. Mit der Corona‐Krise ist es auch zu Veränderungen beim privaten Konsum und bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gekommen. Über das endgültige Ausmaß der Auswirkungen lassen sich zum heutigen Zeitpunkt keine seriösen Prognosen machen. Die monatliche Mietbandbreite in den Einkaufszentren von Wien bewegte sich zu Beginn des Jahres 2020, je nach Größe und Branche der Geschäfte, zwischen 8 und 120 Euro/Quadratmeter pro Monat. Während des Lockdowns haben viele der betroffenen stationären Einzelhandelsunternehmen – größtenteils in Abstimmung mit den SCBetreibern – ihre Mietzahlungen temporär eingestellt oder reduziert. Offen ist die Frage, in welcher Höhe sich die Pandemie auch längerfristig auf das Mietniveau auswirken wird.

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