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Conclusio Praecox

Peter Neubauer
Peter Neubauer
Jetzt bereits darüber zu diskutieren, wie die Kosten des Corona-Desasters zu verteilen sind, hilft nicht weiter.

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Wenn etwas vorzeitig, voreilig passiert gibt es einen schönen, lateinischen Ausdruck dafür: praecox.

Nun ist das nicht untypisch für Situationen und Gegebenheiten, die neu sind oder solche, für welche die entsprechenden Erfahrungen fehlen, um sie zu einem guten Ende zu führen.

Die pandemische Ausnahmesituation, in der wir uns befinden, ist wohl eine solche. Und zwar die wirtschaftliche Ausnahmesituation, die sich gerade entwickelt. Befänden wir uns gerade auf einer Hochschaubahn (man gestatte mir dieses Bild aus der Unterhaltungsindustrie), so wäre dies vergleichbar mit dem Moment der beschleunigenden Abwärtsfahrt, von der man allerdings (die Haare vom Gegenwind ins Gesicht gedrückt) das Ende, die Talsohle nicht erkennen kann. Man weiß nur, dass es noch schneller wird und dass es einem am tiefsten Punkt ordentlich den Magen zusammendrücken wird, bevor es (wie steil?) wieder aufwärts geht.

Zurück zu Wirklichkeit: Nun wird von verschiedensten Seiten zugerufen, welche Schlüsse man aus der aktuellen Situation zu ziehen hätte, welche Veränderungen nötig und geboten sind und was uns das alles zu sagen hat. Have mercy!

Glaubt jemand im Ernst, dass in einer Situation, die es in der Wirtschaftsgeschichte noch nie gegeben hat, in deren Anfängen wir gerade stehen, deren Psychologie völlig offen ist, deren verästelte Auswirkungen auf Gesellschaft, Produktion, Finanzen undStaatsgebilde erst in Monaten sichtbar sein und die uns nach ersten Einschätzungen Jahre beschäftigen wird, Schlüsse zu ziehen sind, die haltbar und abgesichert sein können?

Was jetzt definitiv nicht gebraucht wird, sind „gute“ Ratschläge, moralgetränkte Mahnungen und eben voreilige Schlüsse, die sich nur als falsch herausstellen können. Jetzt bereits zum Beispiel darüber zu diskutieren, wie die Kosten des Desasters zu verteilen sind, bevor man noch weiß, wie breit und groß dieses sein wird, hilft nicht weiter. Das vernebelt mehr die Sicht auf die Dinge, als es hilft und – es führt zu den falschen Diskussionen.

Da tut es gut zu sehen, dass Verantwortliche aus der Finanzwirtschaft das machen, was möglich ist: pragmatische Entscheidungen treffen, für die unmittelbare Zukunft planen. Und versichern, dass man für das, was kommt, vorbereitet ist. Wie sagen die Briten so schön – „Keep calm and carry on!“.

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