Helvetia‐Studie: Österreicher schützen sich zu wenig vor Cyber‐Gefahren

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Eine von zwei Personen schützt sich wenig bis gar nicht vor Cyber-Attaken und das, obwohl bereits 40 Prozent der Österreicher Cyberangriffe erlebt haben. Diese Ergebnisse gehen aus einer aktuellen Studie von Helvetia hervor.

„Um das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus zu senken, verbringen derzeit die Menschen einen großen Teil ihrer Freizeit im World Wide Web. Leider nutzen Internetbetrüger gerade jetzt die Zeit, um sich zu bereichern”, warnt Thomas Neusiedler, CEO von Helvetia Österreich. Das bestätigt eine aktuelle Studie von marketagent im Auftrag von Helvetia Österreich zum Thema „Cyberattacken”. Rund 40 Prozent wurden bereits selbst Opfer von Betrug im Internet oder haben es in ihrem nahen Umfeld erlebt.

E‑Mail und Surfen häufigster Grund für Internetnutzung

Zu den häufigsten Dingen, die derzeit im Internet erledigt werden, zählen das Bearbeiten von E‑Mails (94 Prozent) und Surfen (90 Prozent) – das tun neun von zehn Österreicher täglich oder zumindest mehrmals pro Woche. Soziale Medien werden von mehr als drei Viertel (77 Prozent) genutzt. Darauf folgt die Information via Nachrichten‐ und Websites, die 73 Prozent stark in Anspruch nehmen. Fast sechs von zehn Österreicher (57 Prozent) halten täglich oder mehrmals pro Woche Kontakt zu ihren Lieben über Videokonferenz‐Apps. Online‐Banking nutzt jeder Zweite (49 Prozent) laufend. Doch wie schützen sich Österreicher bei dem derzeit starken Internet‐Traffic vor Cyberrisken oder ‑attacken? Sieben von zehn Befragten (69 Prozent) gaben an, keine Links zu dubiosen Seiten der E‑Mails im Spam‐Ordner zu öffnen. Sechs von zehn sagen aus, auf einen kritischen Umgang mit sensiblen Daten zu setzen (63 Prozent). „Das Bewusstsein, dass einfach jeder hier zur Zielscheibe werden kann, ist sicherlich gestiegen. Erhöhte Wachsamkeit bezüglich dubioser Links – Stichwort Phishing – und ein kritischer Umgang mit sensiblen Daten wie Adresse, Bank‐Daten und ähnlichem, reichen als Schutz vor organisierter Kriminalität aber häufig nicht mehr aus”, erklärt Neusiedler. Der private Finanzbereich wird offensichtlich als verletzlich gesehen: 58 Prozent der Befragten geben an, sich mit regelmäßigen Kontrollen der Kontoauszüge vor Cyberkriminalität zu schützen. „Ein Angriff muss aber keine unmittelbare Auswirkung auf das Bankkonto haben”, gibt der Helvetia‐CEO zu bedenken. „Internetbetrüger haben sensible Daten aller Art im Visier. Neben finanziellen Schäden können sie damit auch Identitäten stehlen, Unternehmen erpressen oder Menschen stalken – die Gefahren im Internet sind leider vielfältig.”

Nur jeder Zweite setzt auf Passwort‐ und Antivirenschutz

Beim Einsatz starker Passwörter und der Nutzung von Antivirensoftware hat Österreich starken Aufholbedarf: Nur die Hälfte (51 Prozent) hat einen aktuellen Antivirenschutz, 55 Prozent setzen alles daran, möglichst sichere Passwörter zu verwenden. Zu den sonstigen Maßnahmen, mit denen sich die Befragten vor Cyberkriminalität schützen, zählt auch die Beschränkung der Sicherheitseinstellungen bei Social‐Media‐Accounts, die immerhin ein Drittel (34 Prozent) durchführt. Nur ein Viertel der Befragten nutzt dagegen VPN/Verschlüsselung in öffentlichen WLANs und informiert sich aktiv über Datenpannen und Betrugsmaschen im Internet (je 26 Prozent). Knapp fünf Prozent schützen sich gar nicht und nur etwas mehr als drei Prozent der Befragten gaben an, eine Cyberversicherung zu haben. „Eine Cyberattacke kostet im Schnitt mehrere tausende Euro pro Schadensfall, was im schlimmsten Fall existenzbedrohend sein kann”, warnt Neusiedler.

40 Prozent der Österreicher bereits mit Internetbetrug in Berührung gekommen

Im starken Gegensatz zu den Schutzmaßnahmen stehen die persönlichen Erfahrungen der Befragten: Immerhin mehr als 40 Prozent der Studienteilnehmer geben an, dass entweder sie selbst oder jemand aus ihrem engsten Umfeld bereits einer Form von Internetbetrug zum Opfer gefallen ist. Am häufigsten genannt wurden Phishing Nachrichten (17 Prozent) sowie gefälschte Mails und Websites (16 Prozent). Danach folgen Hacks (7 Prozent), der Diebstahl von finanziellen Daten und Erpressung (je 6 Prozent). Fünf Prozent gaben an, schon einmal Identitätsdiebstahl (mit)erlebt zu haben. „Das Bewusstsein für diese unsichtbaren Risiken ist zwar grundsätzlich da, aber konkrete Schutzmaßnahmen haben großen Aufholbedarf – die Sinnhaftigkeit einer ‚Schutzmaske’ für Computer, Laptop oder das Tablet zuhause wird offensichtlich erst erkannt, wenn schon etwas passiert ist”, warnt Neusiedler. „Unsere Kundinnen und Kunden sind etwas stärker sensibilisiert als der Durchschnitt – rund 2.800 unserer Privatkunden in der Haushaltsversicherung nutzen – nur ein Jahr nach dem Launch – bereits den zusätzlich buchbaren Cyberschutz.”

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