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© Bankhaus Spängler / Mario Gärtner

(v.l.): Vorstandsmitglied Nils Kottke, Regionalleiter Rudolf Eder und Asset Manager Markus Dürnberger vom Bankhaus Spängler.

Bankhaus Spängler: Geopolitik und Welthandel dämpfen Konjunkturaussichten im zweiten Halbjahr 2025

Im aktuellen Kapitalmarktausblick des Bankhaus Spängler stehen geopolitische Spannungen, unsichere Handelsbeziehungen und divergierende Notenbankstrategien im Fokus. Die Prognosen bleiben verhalten – mit Risiken auf mehreren Ebenen.

Unsicherheit durch Handelspolitik und globale Spannungen

„Geopolitik und Welthandel gleichen derzeit einem Spiel mit dem Feuer“, warnt Nils Kottke, Vorstand im Bankhaus Spängler. Vor allem die wachsende Unsicherheit seit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump belaste die globalen Märkte. Die OECD rechnet für 2025 und 2026 mit jeweils nur 2,9 Prozent globalem Wachstum – für die Eurozone sogar lediglich mit 1,0 bzw. 1,2 Prozent. Auch die Prognosen für die USA (1,6 Prozent bzw. 1,5 Prozent) und China (4,7 Prozent bzw. 4,3 Prozent) wurden nach unten angepasst. Belastend wirken volatile Rohstoffpreise, etwa infolge geopolitischer Eskalationen im Nahen Osten. In der Eurozone liegt die Inflation zwar offiziell bei 1,9 Prozent, doch in Österreich etwa zeigen stark gestiegene Strom- und Lebensmittelpreise eine deutlich höhere Teuerung. In den USA bleibt abzuwarten, ob der Rückgang auf 2,4 Prozent nachhaltig ist – insbesondere mit Blick auf mögliche Zollwirkungen. „Hier bleibt abzuwarten, was im zweiten Halbjahr noch auf uns zukommt – Stichwort Zölle und ihre Weitergabe der Händler an die Konsumenten“, so Asset Manager Markus Dürnberger.

Zinspolitik, Marktreaktionen und Risiken im zweiten Halbjahr

Die EZB hat ihren Einlagensatz bereits auf 2,0 Prozent gesenkt und plant laut Kottke möglicherweise einen weiteren Schritt um 0,25 Prozent. „Für 2026 sind gegenwärtig keine weiteren Zinssenkungen in Sicht“, so der Vorstand. In den USA hält die Fed derzeit an 4,5 Prozent fest – unter politischem Druck aus dem Weißen Haus. „Präsident Donald Trump macht jedenfalls weiterhin großen Druck auf Fed-Chef Jerome Powell“, erklärt Dürnberger, der auf hohe US-Staatsschulden und laufende Refinanzierungen verweist. Die Kapitalmärkte zeigen sich bislang uneinheitlich: Europäische Aktien gewannen 6,7 Prozent, US-Titel verloren 7,2 Prozent – auch bedingt durch den schwachen Dollar. Edelmetalle entwickelten sich unterschiedlich: Gold pausiert auf hohem Niveau, Silber setzt seinen Aufwärtstrend fort. „Silber ist derzeit gegenüber Gold im historischen Vergleich deutlich unterbewertet“, so Dürnberger, der jedoch auf hohe Volatilität hinweist. Für das zweite Halbjahr rechnet das Bankhaus mit moderatem Wachstum, weiterer Inflationsberuhigung und anhaltenden Risiken – von geopolitischen Konflikten bis hin zu möglichen Rezessionsszenarien.

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