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COVID-19: Nachfrage nach Unternehmenskrediten stark gestiegen

Der Grund für die gestiegene Nachfrage liegt im starken Kreditbedarf der Unternehmen zur Deckung der Lagerhaltungskosten, zur Finanzierung von Betriebsmitteln sowie in ihrem Bedarf an Refinanzierung, Umschuldung und Neuverhandlung von Krediten.

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Die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie bringen eine plötzliche Umkehr von zuvor schon länger bestehenden Trends im Kreditgeschäft mit sich. Im ersten Quartal kam es vor allem zu einer deutlich stärkeren Nachfrage nach Unternehmenskrediten. Das zeigen die Ergebnisse der vierteljährlichen Umfrage über das Kreditgeschäft im Euroraum, in der führende Banken nach ihren Einschätzungen gefragt werden. Die Umfrage wurde in der zweiten Märzhälfte 2020 durchgeführt. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie waren zu dieser Zeit bereits in Kraft, erste wirtschaftliche Folgen schon spürbar.

Der massive Bruch mit den bisherigen Entwicklungen zeigt sich am deutlichsten bei der Nachfrage nach Unternehmenskrediten. Nachdem diese im Jahr 2019 stabil geblieben war, nahm sie im ersten Quartal 2020 signifikant zu. Der Grund hierfür liegt im starken Kreditbedarf der Unternehmen zur Deckung der Lagerhaltungskosten und zur Finanzierung von Betriebsmitteln sowie in ihrem Bedarf an Refinanzierung, Umschuldung und Neuverhandlung von Krediten. Für das zweite Quartal wird vonseiten der befragten Banken ein noch stärkeres Anziehen der Nachfrage erwartet.

Quartalweise Umfrage über das Kreditgeschäft im Euroraum

Nach vier Jahren mit Reduktionen bei den Margen für durchschnittlich risikoreiche Unternehmenskredite, die mit der Wettbewerbssituation begründet worden waren, und weitgehend unveränderten Margen bei risikoreicheren Unternehmenskrediten kam es im ersten Quartal 2020 zu kurzfristigen Steigerungen der Margen im Allgemeinen, die mit einer geänderten Risikoeinschätzung sowie mit höheren Refinanzierungskosten und bilanziellen Restriktionen begründet wurden. Die mit staatlichen Garantien besicherten neuen Finanzierungsinstrumente waren im Erhebungszeitraum größtenteils noch nicht verfügbar und sind in ihren Auswirkungen auf Angebot, Nachfrage und Kreditrisiko daher weitgehend noch unberücksichtigt.

Die Zentralbanken des Euroraums – in Österreich die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) – führen gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank (EZB) seit Anfang 2003 viermal jährlich eine Umfrage über das Kreditgeschäft im Euroraum durch, um ihren Informationsstand über das Kreditvergabeverhalten der Banken, die Kreditnachfrage von Unternehmen und privaten Haushalten, sowie sonstige die Geldpolitik betreffende Themen zu verbessern. Dabei wurden zuletzt 142 führende Banken aus allen Ländern des Euroraums befragt, darunter acht Institute aus Österreich.

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