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Dr. Elisabeth Buschek-Haunschmidt: „Information allein reicht heute nicht mehr“

ForumF sprach mit Frau Dr. Elisabeth Buschek-Haunschmidt vom „Finanzverlag“ über regulatorische Herausforderungen, die Bedeutung persönlicher Weiterbildung und bestehende sowie neue Veranstaltungsformate für die Finanzbranche.

ForumF: Frau Buschek-Haunschmidt, wofür steht der Finanzverlag?

Elisabeth Buschek-Haunschmidt: Wir verstehen uns als spezialisierter Informations- und Weiterbildungsanbieter für die Finanzwirtschaft. Fachpublikationen spielen eine wichtige Rolle. Von Anfang an waren auch Seminare, Tagungen und Fachveranstaltungen ein zentraler Bestandteil unserer Tätigkeiten. Bei uns erhält der geforderte Finanzmarktteilnehmer hochwertige, praxisnahe Fachliteratur und Weiterbildungsformate von und mit einer ganzen Riege von Top-Expert:innen. Das macht uns einzigartig am österreichischen Markt und wir sind stolz, mit großartigen Fachleuten teilweise seit mehr als 15 Jahren sehr glücklich zusammenarbeiten zu dürfen.

Die Finanzbranche ist mit einer enormen Fülle an Regulierung konfrontiert.

Die Geschwindigkeit der Veränderungen ist sicher eine der größten Herausforderungen. Banken und Finanzdienstleister müssen europäische und nationale Vorgaben laufend beobachten und in ihren Prozessen umsetzen. Unser Anspruch ist, komplexe Entwicklungen so aufzubereiten, dass sie für unsere Kund:innen unmittelbar nutzbar werden. Entscheidend ist die Frage: Was bedeutet das konkret für die Praxis? Was erwartet die Aufsicht, was hat der Gesetzgeber intendiert?

Unser Programm lebt von der Expertise unserer Referent:innen und Autor:innen, die die Komplexität und den Anspruch der Materie sehr gut vermitteln und aufbereiten, um – in einem ansprechenden Setting – den Austausch komplexer, anspruchsvoller, sensibler Inhalte zu ermöglichen.

Ein Schwerpunkt Ihres Seminarprogramms ist das Bankenaufsichtsrecht. Warum bleibt dieses Thema so wichtig?

Weil aufsichtsrechtliche Anforderungen praktisch alle Bereiche eines Kreditinstituts betreffen. Gleichzeitig ändern sich die Rahmenbedingungen laufend. Es geht deshalb nicht nur um die Darstellung neuer Vorschriften. Wichtig ist auch die Umsetzung: Welche Auswirkungen ergeben sich für Organisation, Prozesse und Verantwortlichkeiten? Wo bestehen offene Auslegungsfragen? Worauf sollten Institute frühzeitig achten? Besonders wichtig ist dabei der Austausch zwischen Vortragenden und Teilnehmenden. Und auch die Aufsicht, Vertreter des Gesetzgebers und die Interessensvertretung profitieren von diesem Dialog.

Ein neues Thema in Ihrem Programm ist Risikomanagement.

Risikomanagement ist heute eines der zentralen Steuerungsthemen für die Branche. Die Anforderungen werden laufend komplexer – sowohl durch regulatorische Vorgaben als auch durch neue Risikoarten und veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Es ist wichtig, regulatorische Entwicklungen aus erster Hand darzustellen und mit konkreten Erfahrungen bzw. best practice zu verbinden.

Auch der Zahlungsverkehr befindet sich in einem starken Wandel.

Absolut. Der Zahlungsverkehr ist ein gutes Beispiel dafür, wie eng Regulierung, Technologie und Geschäftsmodelle miteinander verbunden sind. Instant Payments, neue europäische Vorgaben, Sicherheitsanforderungen, Betrugsprävention und neue Marktteilnehmer verändern den Zahlungsverkehr laufend. Gleichzeitig müssen diese Veränderungen in den Instituten technisch und organisatorisch umgesetzt werden. Da wollen wir inhaltliche Unterstützung anbieten.

Ein weiteres neues Format ist der IDD-Tag. Was zeichnet ihn aus?

Der IDD-Tag richtet sich an Fachleute, die sich mit Versicherungsvertrieb, den damit verbundenen regulatorischen Anforderungen beschäftigen und gibt einen konzentrierten Überblick. Die Anforderungen an Beratung, Dokumentation, Produktgestaltung und Weiterbildung entwickeln sich laufend weiter. Das beigelegte „Praxishandbuch IDD“ soll als Nachschlagewerk und Arbeitstool dienen. Und die Veranstaltung soll ein Treffpunkt für den fachlichen Austausch innerhalb der Branche sein.

Welche Bedeutung haben Präsenzveranstaltungen in Zeiten von Webinaren und digitalen Lernformaten noch?

Beide Formate haben klare Vorteile. Online-Seminare sind für die Teilnehmenden sehr flexibel und uns ermöglichen sie, noch rascher auf neue Entwicklungen zu reagieren. Präsenzveranstaltungen bieten aber etwas, das sich digital nur eingeschränkt ersetzen lässt: persönliche Gespräche. Der Austausch in den Pausen, Diskussionen mit Vortragenden oder Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Instituten ist ein wesentlicher Mehrwert.

Wie entstehen neue Veranstaltungsthemen?

Ausschließlich aus dem direkten Kontakt mit der Branche. Ich entwickle nichts aus dem Elfenbeinturm heraus, es ist meine Aufgabe, Menschen und Themen zusammenzubringen, zuzuhören und schließlich so in Formen zu gießen, dass Mehrwert und Erfolg geschaffen werden kann.

Ein Blick in die weitere Zukunft?

Die Anforderungen an die Finanzwirtschaft werden nicht geringer und die KI wird hervorragende Tools hervorbringen, die den einen oder anderen Arbeitsschritt erleichtern werden. Aber wichtig bleiben wird die korrekte Einordnung, Orientierung, Austausch mit anderen Fachleuten zu komplexen Sachverhalten.

Genau da wollen wir mit unseren Publikationen, Seminaren und Veranstaltungen unterstützen. Formate rund um Bankenaufsichtsrecht, Risikomanagement, Zahlungsverkehr sollen dabei auch künftig wichtige Treffpunkte für Wissen und Vernetzung sein. Das Ziel ist: relevante Themen identifizieren, fundiertes Wissen vermitteln und Menschen miteinander ins Gespräch bringen.

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