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OeNB-Direktor Josef Meichenitsch und Edeltraud Stiftinger, Vize-Gouverneurin der OeNB bei der Pressekonferenz.

OeNB: Finanzvermögen der Haushalte übersteigt erstmals eine Billion Euro

Das Finanzvermögen österreichischer Haushalte hat erstmals eine Billion Euro überschritten. Daten der OeNB zeigen zugleich, dass Wertpapiere für den Vermögensaufbau wichtiger werden.

Eine aktuelle Erhebung bescheinigt der Bevölkerung insgesamt eine hohe Finanzkompetenz, macht aber auch Wissenslücken bei einzelnen Themen sichtbar.

Finanzvermögen auf Höchststand, Wertpapiere stärker gefragt

Im zweiten Quartal 2026 belief sich das Finanzvermögen der österreichischen Haushalte auf 1.011 Mrd. Euro und lag damit sieben Prozent über dem Vorjahreswert. Innerhalb von zehn Jahren ist es um 60 Prozent gewachsen. Einlagen machen 34 Prozent des Finanzvermögens aus, Beteiligungen und Wertpapiere jeweils 24 Prozent. Der Anteil der Wertpapiere am Finanzvermögen hat sich in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt; bei den Wertpapieren sind Investmentfonds mit 132 Mrd. Euro die größte Position. Die Sparquote lag 2025 bei 9,7 Prozent; für das zweite Quartal 2026 nennt die OeNB eine WIFO-Prognose von 8,4 Prozent. „Die österreichischen Haushalte besitzen erstmals mehr als eine Billion Euro an Finanzvermögen und sind in den vergangenen zehn Jahren auch real wohlhabender geworden. Dabei verändert sich auch, wie die Österreicherinnen und Österreicher anlegen: Das Sparbuch bleibt wichtig, aber immer mehr Geld fließt in Wertpapiere und Fonds. Gleichzeitig ist dieser Wohlstand nicht gleich verteilt, sehr viele haben überhaupt nicht die Möglichkeit zu sparen und anzulegen“, so OeNB-Vize-Gouverneurin Edeltraud Stiftinger.

Finanzkompetenz mit Wissenslücken bei einzelnen Themen

In der repräsentativen OeNB-Erhebung zur Finanzkompetenz erreichten die Befragten durchschnittlich 69 von 100 möglichen Punkten. Die Ergebnisse zeigen Stärken im alltäglichen Umgang mit Geld, aber auch Schwächen bei komplexeren Wissensinhalten und beim vorausschauenden Finanzverhalten. Zudem hängt Wertpapiersparen laut Erhebung mit Einkommen und Finanzkompetenz zusammen: Im vergangenen Jahr hatten 57 Prozent der Personen mit hohem Einkommen und hoher Finanzkompetenz mit Wertpapieren gespart, bei Personen mit niedrigem Einkommen und geringer Finanzkompetenz waren es 14 Prozent. Auch unter Investor:innen bestehen Wissenslücken: Fast 30 Prozent wissen nicht, dass Käufer:innen einer Anleihe zu Kreditgeber:innen werden. OeNB-Direktor Josef Meichenitsch: „Unsere Befragung zur Finanzkompetenz im Land zeigt ein stabil hohes Niveau mit 69 erreichten von 100 möglichen Punkten. Das ist ein gutes Zeichen, weil Finanzbildung heute zu einer ordentlichen Allgemeinbildung gehört wie Lesen, Schreiben und Rechnen.“ Er ergänzt: „Wir sehen, dass die Bedeutung von Fonds, Aktien und Anleihen beim Sparen ansteigt. Da gibt es bei einigen Fragen noch Wissenslücken, die wir adressieren wollen.“

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