Diesmal am Karfreitag

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Jeweils am 19. April begehen seit einigen Jahren die Kapital–Anlagegesellschaften dieser Welt den „Weltfondstag.“ Diesmal fällt er auf einen Karfreitag. Zyniker könnten meinen, dies sei angesichts der aktuellen Zinslage von tiefer Symbolik. Doch es hat einen historischen Hintergrund.

Am 19. April 1744 kam Abraham van Ketwich auf die Welt. Ein Amsterdamer Kaufmann, der 1774 erstmals zahlreiche Anleger zusammen brachte, die dann Anteile an einer Art Fonds namens „Eendragt Maakt Magt“ (Einigkeit macht stark) zeichneten. Dieser Fonds investierte die angesammelten Mittel in Anleihen verschiedener Regierungen, in Banken sowie in Kredite in Westindien. Wenige Jahre zuvor waren nämlich zahlreiche britische Banken in die Pleite gerutscht, da sie zu hohe Kredite an wenige Kolonien vergaben. Van Ketwich erkannte, dass eine breite Risikostreuung ein Erfolgskriterium bei Veranlagungen darstellt und gilt als Vater des Investmentfondsgedankens.

Heute heißt das im ausnahmsweise leicht verständlichen Marketing–Deutsch: „Man darf nicht alle Eier in einen Korb legen!“ Risikostreuung ist wieder einmal das Gebot der Stunde. Denn die Finanzkrise vor nunmehr 10 Jahren war im Kern dadurch bedingt, dass US‐Hypothekarkredite – zu Tausenden in Paketen gebündelt – als zinsträchtiges Investment vor allem an verzweifelt renditesuchende, europäische Banken verhökert wurden. „Klumpenrisiko“ hieß damals das Schlagwort, als die volle Tragweite – sehr oft zu spät – erkannt worden war.

Gegenwärtig sind Fonds die für Private mit überschaubarem Anlagebedürfnis wohl die attraktivste Variante dem Wegschmelzen der Kaufkraft auf dem Sparkonto zu entgehen. Leider machen hierzulande viel zu wenige Anleger davon Gebrauch. Die Mittelzuflüsse sind – im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern – sehr bescheiden. Das hat mittlerweile fatale Auswirkungen auf die gesamtgesellschaftliche Vermögensstruktur, denn in Österreich wird nach wie vor nicht im breiten Umfang nachhaltig und mit langfristiger Perspektive gespart (siehe auch den Beitrag „Die Vermögen in Österreich sind ungleich verteilt“).

Die Bewusstseinsbildung in Richtung Investmentfonds ist also dringender denn je. Auch wenn Sie diesmal auf einen Karfreitag fällt. So weit bis zur Auferstehung ist das ja auch wieder nicht… .

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