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‚Keinen Tag länger…‘

Milan Frühbauer
Milan Frühbauer
Ein Satz, den man fast täglich hören kann, wenn irgendwo die Generation 50 plus gemütlich am Stammtisch sitzt oder im Warteraum einer Arztpraxis Small Talk betreibt. Gemeint ist dabei der feste Wille zu ehestmöglichen Zeitpunkt in Pension zu gehen. Kein österreichisches Phänomen allein… .

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Das Deutsche Institut für Altersvorsorge hat jüngst die repräsentative Meinung zu dieser Frage unter 3.000 Bundesbürgern ermittelt. Das Ergebnis ist eindeutig. Knapp 40 Prozent der 50 bis 60 Jährigen wünschen sich einen Renteneintritt vor dem 63. Geburtstag. Bei den 30 bis 40-Jährigen möchte aktuell ein Viertel schon vor Erreichen des 60. Lebensjahres in Pension gehen.

Die einschlägigen Werte würden hierzulande wohl nicht stark abweichen. Und so wird klar, warum die Politik in der Frage der Angleichung des gesetzlichen Alters für den Übertritt in den Ruhestand an die stark gestiegene Lebenserwartung gar so zögerlich ist. In Österreich hat man vor der Wahl nichts darüber gehört. Doch selbst jetzt, da die umfassende Reformagenda durch viele Lebensbereiche regierungsamtlich ausgerufen ist, herrscht Funkstille. Schon gar bei der baldigen Angleichung des Fraueneintrittsalters an jenes der Männer. Die Gendergerechtigkeit hat eben ihre Grenzen.

Auch in Italien muss die amtierende Koalition aus Lega und der 5‑Sterne-Bewegung jetzt mühsam dem Wahlvolk erklären, warum es mit der im Wahlkampf versprochenen Senkung des Rentenantrittsalters wohl doch nichts wird.

Alle Experten – ob Demographen oder Steuerfachleute – wissen, dass da eine Zeitbombe tickt. Immer lauter. Aber von einem Entminungsdienst ist weit und breit nichts zu sehen. Auch die Zahl der Einsichtnahmen in das Pensionskonto nimmt nach Auskunft der Fachleute deutlich ab. Die meisten Menschen wollen es erst gar nicht wissen – das Problem der Einkommenslücke. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf! Kein Politiker traut sich aus der Deckung. Weil eben alle ständig hören: „Keinen Tag länger…“.

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