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Christian Glocker, Autor des Konjunkturberichts und Senior Economist, WIFO

WIFO: Zügige Konjunkturerholung zeichnet sich ab

Aufgrund der umfangreichen behördlichen Maßnahmen sank die österreichische Wirtschaftsleistung im ersten Quartal um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Vorlaufindikatoren zeichnen ein günstiges Bild der weiteren Konjunkturentwicklung.

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„Die gesamtwirtschaftliche BIP-Lücke zum Vorkrisenjahr 2019 verkleinerte sich zuletzt deutlich. Ende Mai betrug sie rund 1 Prozent. Das Vorkrisenniveau dürfte innerhalb der nächsten Monate erreicht werden”, so der Autor des aktuellen WIFO-Konjunkturberichtes Christian Glocker.

Die behördlichen Covid-19-Maßnahmen prägten auch im ersten Quartal 2021 die Entwicklung der österreichischen Wirtschaft. Bis 8. Februar war die Geschäftstätigkeit in vielen Branchen (Handel, Gastronomie, Beherbergung, körpernahe Dienstleistungen) durch die umfangreichen Restriktionen stark eingeschränkt. Dementsprechend ist der Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,1 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2020 angebotsseitig vor allem den konsumnahen Dienstleistungen zuzurechnen. Zu letzteren zählen unter anderem Beherbergung und Gastronomie sowie persönliche Dienstleister, wie etwa Frisöre und der Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung. Die günstige Industrie- und Baukonjunktur dämpfte dagegen den Wertschöpfungsverlust.

Auf der Nachfrageseite bestimmte vor allem der deutliche Rückgang des privaten Konsums die Entwicklung im ersten Quartal. Die Investitionen und die öffentliche Konsumnachfrage wurden hingegen ausgeweitet.

Wichtige Vorlaufindikatoren zeichnen ein günstiges Bild: Im April lag der von der Europäischen Kommission veröffentlichte Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung (ESI) für viele EU-Länder erstmals seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie wieder über dem langjährigen Durchschnitt. Im Mai verbesserte sich dieser Indikator abermals. Neben der Industrie zeichnet sich auch für den Dienstleistungsbereich eine Erholung ab. Auch in Österreich beurteilten die Unternehmen die wirtschaftliche Lage optimistischer als bisher: Laut WIFO-Konjunkturtest von Mai verbesserten sich die Konjunktureinschätzungen in allen untersuchten Branchen deutlich.

Auf dem Arbeitsmarkt setzte sich die Erholung fort. Nach vorläufiger Schätzung war die Zahl der unselbständig Beschäftigten im Mai erneut etwas höher als im Vormonat, während die Arbeitslosigkeit abermals zurückging (–2,5 Prozent gegenüber April). Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote (nationale Definition) dürfte im Mai 7,7 Prozent betragen haben.

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