Kontaktlose Kartenzahlungen dominieren weiterhin den europäischen Zahlungsverkehr, während Mobile Payments und Echtzeitüberweisungen an Bedeutung gewinnen. Neue Sicherheitsfunktionen und Lösungen wie Wero werden zunehmend wahrgenommen. Eine neue Studie von BearingPoint, die über das Marktforschungsinstitut YouGov durchgeführt wurde, präsentiert aktuelle Ergebnisse über das europaweite Zahlungsverhalten.
Kartenzahlung dominiert, Mobile Payment im Aufwind
Kontaktlose Kartenzahlungen sind laut aktueller BearingPoint-Studie die am häufigsten genutzte Zahlungsmethode in Europa und liegen mit 71 Prozent deutlich vor Bargeld mit 51 Prozent. Besonders hohe Nutzungsraten zeigen Länder wie Finnland mit 84 Prozent sowie die Niederlande und Dänemark mit jeweils 74 Prozent, während Österreich mit 62 Prozent zu den Schlusslichtern zählt. Auch Echtzeitüberweisungen haben sich etabliert: Im Durchschnitt nutzen 52 Prozent der Befragten in den Euro-Ländern Instant Payments. „Der Zahlungsverkehr der Zukunft wird hybrid. Bargeld, Karten, Wallets, Instant Payments und digitale Zentralbankwährungen werden koexistieren. Mit PSD3, PSR, MiCA, DORA und der EU-Verordnung zu Instant Payments entsteht der umfassendste Regulierungsrahmen, den der europäische Zahlungsverkehr bisher erlebt hat. Parallel dazu gewinnt die europäische Digital Identity Wallet an Bedeutung. Die Verschmelzung von Identifikation, Authentifizierung und mobilem Bezahlen wird die kommenden Jahre noch stärker prägen. Erstaunlich dabei ist, dass regulatorisch getriebene Änderungen im Zahlungsverkehr von den Konsumenten oft auch als Treiber von Innovationen wahrgenommen und mit Akzeptanz belohnt werden, die Echtzeitüberweisung ist ein gutes Beispiel dafür“, so Christian Bruck, Partner und Experte für das Thema Zahlungsverkehr bei BearingPoint.
Sicherheitsfunktionen und europäische Lösungen gewinnen an Bedeutung
Die im Oktober 2025 eingeführte Empfängerprüfung wird von rund 50 Prozent der Befragten in den Euro-Ländern als nützlich bewertet, in Österreich sogar von 54 Prozent. Gleichzeitig zeigt sich, dass europaweite Zahlungslösungen zunehmend sichtbar werden: Wero wird bereits in allen untersuchten Ländern wahrgenommen, mit Frankreich als Spitzenreiter bei der Nutzung für Zahlungen zwischen Privatpersonen. „Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, dass moderne digitale Zahlungssysteme in ganz Europa an Bedeutung gewinnen. Ein zentraler Treiber ist der Wunsch nach einer eigenständigen europäischen Alternative zu bisher dominierenden, nicht-europäischen Lösungen – ein wichtiger Schritt hin zu mehr digitaler Souveränität. Über die reine Bezahlfunktion hinaus eröffnen solche europäischen Lösungen zusätzliches Innovationspotenzial, das die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft stärkt und neue Wachstumsimpulse setzen kann“, resümiert Dr. Robert Bosch, Partner und Globaler Leiter Financial Services bei BearingPoint.

















