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Erste‐Bank‐Studie: Corona dämpft die Zukunftserwartung, aber nicht den Vorsorgewillen

Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank
© Erste Bank / Daniel Hinterramskogler

Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank

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Laut aktueller Erste-Bank-Studie haben 78 Prozent der Befragten ihre geplanten Vorsorgemaßnahmen nicht verschoben. Zwei Drittel nicht von finanziellen Einbußen durch Corona betroffen. Für mehr als die Hälfte ist Nachhaltigkeit in der Vorsorge wichtig.

Die Corona‐Krise hat auch in Österreich ihre Spuren hinterlassen und neben den gesundheitlichen Risiken, vielerorts zu Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Unternehmensschließungen geführt. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Umfrage von IMAS Austria, im Auftrag von Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtische, inwieweit sich die wirtschaftliche und gesundheitliche Gefahrensituation auf das Leben und die Vorsorgestimmung der Österreicher auswirkt.

Für die kommenden Monate zeichnen die Österreicher ein eher düsteres Bild: 67 Prozent der Befragten gehen von einer allgemeinen Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse und Lebensqualität der Menschen aus. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) sind davon überzeugt, dass sich unser Alltag – also die Art wie wir denken, leben, einkaufen oder arbeiten – nach der Corona‐Krise stark verändern wird. Und: Rund die Hälfte der Österreicher (46 Prozent) haben bereits darüber nachgedacht, ihren Lebensstandard zu ändern und Einsparungen im Bereich des täglichen Lebens vorzunehmen. Manfred Bartalszky, Vorstand der Wiener Städtischen und verantwortlich für den Bankenvertrieb Marke s Versicherung, sagt: „Zeitlich begrenzte Einsparungen bei Konsum, Kino‐ oder Restaurantbesuchen ist die eine Sache. Die finanzielle Vorsorge jedoch ist ein Langzeitprojekt, vergleichbar mit einem Marathon. Manche Kilometer fallen einem leicht, andere echt schwer. In Zeiten einer Krise heißt es daher durchhalten und sich vor Augen zu führen, dass sich das am Ende bezahlt macht. Und: Denjenigen, die noch über eine private Vorsorge nachdenken darf ich eines sagen – je früher Sie damit starten, umso vorteilhafter und ertragreicher ist es für Sie“. 

Corona kaum Einfluss auf Vorsorgeverhalten 

Danach befragt, wie stark man selbst oder Personen im eigenen Haushalt aufgrund der Corona‐Krise von finanziellen Einbußen durch beispielsweise Kurzarbeit, Jobverlust oder Umsatzrückgängen betroffen sind, antworten 68 Prozent mit „eher nicht“ bzw. „überhaupt nicht stark betroffen“. Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank Oesterreich, kommentiert: „Demzufolge geben auch 78 Prozent an, vor der Krise geplante Vorsorgemaßnahmen tatsächlich getätigt zu haben. 15 Prozent haben dies auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Das ist natürlich legitim, aus den Augen verlieren sollte man die finanzielle Vorsorge aber keinesfalls.“ Die Corona‐Krise hat das Vorsorgeverhalten der Menschen aber generell nicht stark verändert. 64 Prozent haben gleich viel Geld in ihre private Pensions‐ und Gesundheitsvorsorge investiert. 23 Prozent geben an weniger und 8 Prozent meinen mehr Geld zur Seite gelegt zu haben. 

Mit staatlicher Pension alleine wird es knapp 

Apropos Pension: Wenn die Menschen in Österreich an die eigene staatliche Pension denken, glauben lediglich 45 Prozent daran, dass es diese in der heutigen Form bis zu ihrem eigenen Pensionsantritt noch geben kann. „Viele sind daher der Überzeugung, dass sie hinkünftig tendenziell mehr private ergänzende Vorsorge für den Lebensabend treffen werden müssen. Eine durchaus realistische Einschätzung bedenkt man, dass neben den demographischen Veränderungen nun auch noch die steigende Staatsverschuldung aufgrund der Corona‐Krise das Budget zusätzlich belastet“, meint dazu Bartalszky. Eine überwiegend zurückhaltende Einschätzung wird auch in punkto gleichbleibenden Lebensstandards – alleine durch die staatliche Pension – abgegeben: Sieben von zehn befragte Österreicher (70 Prozent) glauben nicht, dass sich das ausgehen kann, was auch die hohe Bedeutung der privaten finanziellen Vorsorge erklärt. 

Vorsorgemotive klar definiert 

Die Bedeutung der finanziellen Vorsorge ist für acht von zehn befragten Menschen im Land (80 Prozent) gerade in Krisenzeiten hoch, was sich auch im Trendvergleich zeigt. Demzufolge werden hierzulande im Schnitt 161 Euro im Monat für die private Pensions‐ und Gesundheitsvorsorge investiert. Männer legen dabei im Schnitt 204 Euro und Frauen 110 Euro monatlich zur Seite. Unter den Top‐Vorsorgethemen der Österreicher, also jenen Lebensbereichen, für die man jedenfalls gerne bereit ist, privat ergänzend vorzusorgen, stehen zwei Themen ganz klar im Fokus: Die eigene Pension (64 Prozent) und das Thema Gesundheit (63 Prozent). Überraschend: Erst an dritter Stelle kommt die Familie, gleichauf mit kurzfristig verfügbaren finanziellen Reserven (56 Prozent). Spontan befragt, was unter finanzieller Vorsorge verstanden wird, nennt ein Drittel (plus 6 Prozent zu 2019) das Sparen bzw. die Schaffung finanzieller Rücklagen. Auf Platz Zwei mit 21 Prozent der Nennungen schafft es die Pensions‐ und Altersvorsorge gefolgt vom Kauf von Fonds, Wertpapieren oder Aktien (13 Prozent).

Anlage‐Klassiker auch in der Krise gefragt

In der Umfrage wurden die Österreicher auch gefragt, welche Spar‐ und Vorsorgeprodukte sie für ihre finanzielle Vorsorge bevorzugen. „Dabei zeigt sich, dass die wichtigsten Kriterien in der Veranlagung zwar immer noch Sicherheit beziehungsweise ein geringes Risiko sind, aber mittlerweile auch das Thema Rendite und Zinsen wieder stärker in den Fokus der Kunden rücken. Und das ist gut so, denn ohne die Beimischung von Wertpapieren und Fonds sind heute keine Erträge mehr zu erzielen“, so Schaufler. Die große Konstanz der Klassiker ist jedoch immer noch unübersehbar: Die Top 3 Vorsorgeprodukte der Österreicher sind das Sparbuch (58 Prozent), gefolgt von der Lebensversicherung (42 Prozent) und dem Bausparvertrag (39 Prozent). Danach folgen jedoch bereits Fondssparpläne (20 Prozent), Wertpapiere (17 Prozent) sowie Gold und Immobilien mit 15 Prozent bzw. 13 Prozent. Bemerkenswert: Das Thema der nachhaltigen Veranlagung gewinnt immer mehr an Bedeutung. So geben bereits knapp sechs von zehn Befragten (58 Prozent) an, dass ihnen Nachhaltigkeit bei der persönlichen Vorsorge bzw. Veranlagung wichtig ist. Auf die Frage, ob der Nachhaltigkeitsgedanke im Finanzbereich in Zukunft wichtiger werden wird, geht die Hälfte (49 Prozent) von einer Bedeutungszunahme aus.

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