Allianz‐Studie: Starres Anlageverhalten der Österreicher

© Markus Dlouhy
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Wie aus einer aktuellen Allianz Studie hervorgeht, wuchs das globale Bruttogeldvermögen gegenüber dem Vorjahr um 7,1 Prozent auf knapp 170 Billionen Euro. Zu dieser Wachstumsbeschleunigung beigetragen haben vor allem die USA und Großbritannien. Ganz anders die Lage in Österreich: Seit rund 10 Jahren herrscht in der Asset Allocation der privaten Haushalte hierzulande Stillstand. Der Anteil der Bankeinlagen ist seit 2006 im internationalen Vergleich unverändert am höchsten und liegt aktuell bei 37,6 Prozent. Der Anteil von börsennotierten Aktien im Vergleich dazu ist von 4,7 Prozent im Jahr 2006 auf 3,5 Prozent (2016) gesunken. Die Konsequenz: Sicherheits- und liquiditätsorientiertes Sparen kostet Rendite. „Wer sein Geld unter den Kopfpolster oder auf das Sparbuch legt, verliert bei einer Inflation von beispielsweise drei Prozent über zwanzig Jahre etwa die Hälfte seines Geldes. Langfristig gesehen, gibt es nur ein Risiko: nicht investiert zu sein“, so Martin Bruckner, Chief Investment Office der Allianz Österreich.

Insgesamt stehen die USA und Großbritannien für gut 40 Prozent des weltweiten Vermögenszuwachses im Jahr 2016. Auffällig ist: Nur ein Viertel des Wachstums in den Vereinigten Staaten wurde durch originäre Sparleistungen erzielt, der Rest stammt aus Wertzuwächsen aus dem Bestand. „Die US‐Amerikaner stehen fest auf beiden Beinen und lassen neben Sparleistungen aus dem Arbeitseinkommen ihr Geld für sich arbeiten“, kommentiert Bruckner.

Wirft man einen Blick auf die vergangenen fünf Jahre, so wuchs das Geldvermögen pro Kopf im Euroraum rund 40 Prozent schneller als in Österreich. Es ist sicher kein Zufall, dass Finnland und die Niederlande bei der Vermögensrendite am besten abschneiden: Finnland weist die höchste Vermögensrendite auf (8 Prozent pro Jahr), knapp vor den Niederlanden (7,6 Prozent). Grund dafür ist bei den Finnen eine hohe Wertpapierquote im Portfolio, die niederländischen Haushalte sind mit Abstand am stärksten in Pensionsfonds engagiert. Der Anteil der Bankeinlagen ist hingegen in Österreich, Deutschland und Portugal am höchsten – die Konsequenz: Nirgendwo sonst im Euroraum war die durchschnittliche Rendite des Geldvermögens niedriger als in Österreich (2,6 Prozent).

Die globale Geldpolitik bleibt grundsätzlich weiterhin expansiv und unterstützend für die Konjunktur. Das Ausmaß der geldpolitischen Impulse ist aber weiter rückläufig. Neben den Zinserhöhungen beginnt die US‐Notenbank FED im Oktober 2017 mit dem vorsichtigen Abbau der Bilanzsumme. „Die Europäische Zentralbank pumpt weiter Liquidität durch Anleihenkäufe in den Markt. Das Ausmaß wird sie im Jahr 2018 erneut reduzieren“, betont Mag. Christian Ramberger, Geschäftsführer der Allianz Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH.

„Im derzeitigen Umfeld raten wir Anlegern, Aktien aus dem Euroland und den Emerging Markets überzugewichten“, so Ramberger. „Aktien sind nach der bereits lang andauernden Hausse nicht besonders günstig bewertet, profitieren jedoch direkt vom Wachstum und bieten unverändert attraktive Dividendenrenditen“, unterstreicht der Allianz Experte. Empfohlen wird dementsprechend Emerging Markets überzugewichten, Japan neutral zu halten sowie die USA und Großbritannien unterzugewichten. Europäische Unternehmen profitieren von der deutlichen Wachstumsbelebung global und haben im Vergleich zu US‐Unternehmen noch wesentliches Aufholpotenzial bei der Profitabilität. Die Gewinne in US‐Unternehmen waren zuletzt gestützt durch die Abschwächung des US‐Dollar.

Im Anleihe–Engagement empfiehlt die Allianz, Emerging Markets überzugewichten, Euroland und Unternehmensanleihen neutral zu halten sowie Staatsanleihen aus den USA unterzugewichten. Im Vergleich zu anderen Anleihesegmenten ist der laufende Ertrag von in „Hartwährungen“ notierten Anleihen aus den Emerging Markets von rund 5,1 Prozent weiterhin attraktiv.

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