Die Ergebnisse des Pensionskassenberichts 2020

Sparschwein Sparen
© Pixabay
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Der Pensionskassenbericht der Finanzmarktaufsicht (FMA) 2020 zeigt folgende Ergebnisse: sehr diversifizierte und dynamische Veranlagungsstrategien sowie ein kritisches Exposure gegenüber Klimarisiken.

Die österreichischen Pensionskassen veranlagen zwar großteils über Investmentfonds, verfolgen dabei aber in der Regel eine diversifizierte und dynamische Veranlagungsstrategie. Da erst rund jeder zehnte der fast eine Million Personen, die sich in diesem System der betrieblichen Altersvorsorge befinden, bereits eine Pensionsleistung bezieht, haben die Pensionskassen einen relativ geringen Liquiditätsbedarf und können daher wegen des langfristigen Anlagehorizonts höhere Ertrags‐/Risikoprofile verfolgen. Dies erlaubt ihnen auch riskantere Anlagen wie etwa „nicht Investment Grade geratete Anleihen“ sowie Investments in nicht geregelten Märkten. Die Investments sind global orientiert und erfolgen nach Absicherung zu rund 30 Prozent in Fremdwährung. Veranlagungen in Staatsanleihen sind angesichts des Niedrigzinsumfeldes weiter rückläufig. Dynamische Veranlagungsstrategien erklären auch die relativ hohe Volatilität der Veranlagungsperformance in Auf‐ wie Abschwungphasen. Langfristig betrachtet (seit Einführung dieses Altersvorsorgesystems) beträgt die Veranlagungsperformance im Schnitt 5,2 Prozent pro Jahr. Dies geht aus dem am 10. November veröffentlichten „FMA Bericht 2020 zur Lage der österreichischen Pensionskassen“ hervor, der zusätzlich Analyseschwerpunkte auf Nachhaltigkeitsrisiken, insbesondere bezogen auf den Klimawandel, sowie Cyber‐ und IT‐Risiken legt.

Nicht zu unterschätzende Nachhaltigkeitsrisiken 

Angesichts der großen Bedeutung, die dem Kampf gegen den Klimawandel beigemessen wird, hat die FMA auch Stresstests zum Management der Nachhaltigkeitsrisiken durchgeführt. Diese umfassen Risiken im Hinblick auf Umwelt, Soziales sowie Unternehmensführung, die sogenannten ESG‐Faktoren („environment, social and governance“). Die FMA‐Erhebung zeigt, dass alle Pensionskassen bereits ESG‐Faktoren in ihrer Geschäftsstrategie berücksichtigen, insbesondere in der Vermögensveranlagung. Die Ergebnisse des Asset‐Screenings durch die FMA zeigen aber, dass 31 Prozent der Vermögenswerte der Pensionskassen in klimarelevanten Sektoren angelegt sind, wobei der Anteil bei den einzelnen Pensionskassen zwischen 29 bis 39 Prozent variiert. Fast die Hälfte dieses Exposures betrifft energieintensive – CO2‐relevante – Betriebe. Da damit beinahe ein Drittel der Vermögenswerte in klimarelevanten Veranlagungen steckt und überdies rund ein Fünftel der Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern betriebliche Altersvorsorge anbieten, klimarelevanten Branchen zuzuordnen sind, sind Pensionskassen einem nicht zu unterschätzenden Klimarisiko ausgesetzt. 

IT‐ und Cybersicherheit: starke Abhängigkeit von externen Dienstleistern 

Die eingehenden Analysen der FMA zu Cyber‐ und Cloud‐Sicherheit in Form von „Maturity Level Assessments“ sowie die Erhebungen zu Cyberrisiken und zu IT‐Struktur haben zum einen gezeigt, dass die Pensionskassen weitgehend gut auf Bedrohungen ihrer IT‐Sicherheit vorbereitet sind. Zum anderen haben sie aufgedeckt, dass sie dabei sehr stark von externen IT‐Dienstleistern abhängig sind, an die häufig die gesamte operative Tätigkeit der IT ausgelagert ist. Im unternehmensinternen Notfallmanagement sind sie relativ schwach aufgestellt. Die Cybervorfälle betreffen vor allem Schadsoftware (Malware) und Erpressungssoftware (Ransomware) sowie Datenschutzvorfälle.

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